"Es ist ein Trauerspiel"
Nach Absage des Sommerkinos auf Theaterplatz hagelt es Kritik an der Stadtverwaltung
Chemnitz. "Es ist ein Trauerspiel." So fasst Axel Brückom, Chef der SPD-Stadtratsfraktion, die Absage an das Sommerkino zusammen. "Ich finde die Entscheidung absolut bedauerlich. Ich hatte so gehofft, dass das Thema unbürokratisch behandelt werden könnte. Der Theaterplatz sollte doch ein Ort der Begegnung sein."
Die Stadtverwaltung hatte Mitte der Woche bekannt gegeben, dass sie dem Dresdner Veranstalter Jörg Polenz keine Erlaubnis für ein Sommerkino auf dem Theaterplatz gibt. Polenz veranstaltet seit über 20 Jahren die "Filmnächte am Elbufer" in Dresden. Er wollte eine ähnliche Veranstaltungsreihe in Chemnitz organisieren. Doch das Rathaus geht davon aus, dass der Lärmschutz nicht eingehalten werden kann.
Doch selbst Anwohner bedauern die Entscheidung. "Ich wohne in der Nähe und finde es trotzdem schade, dass das Kino abgesagt wurde. Ich verstehe das auch nicht. Bei anderen Veranstaltungen auf dem Theaterplatz hört man kaum mehr Lärm als sonst", sagt Hans-Ullrich Buchwald von der Bürgerinitiative Chemnitzer City. "Einen Versuch wäre es wert gewesen. Schade."
Ähnlich sieht man das bei der Interessengemeinschaft Innenstadt. "Wir selbst treten an, um die Innenstadt zu beleben und freuen uns natürlich, wenn andere dazu auch etwas anbieten. Schade, dass die Stadt das nicht angenommen hat", sagt Wolfgang Epphardt. Frank Blumstein vom Bürgerverein "Für Chemnitz" bedauert die Entscheidung ebenfalls. "Städtisches Leben muss so eine Veranstaltungsreihe aushalten können. Wer das nicht kann, sollte aufs Dorf ziehen. Da hat er nur Vogelgezwitscher."
Auf mögliche Lärmprobleme weist zwar Wolfgang Kraneis vom Seniorenbeirat der Stadt hin. Er bezieht das aber eher auf laute Konzerte oder "betrunkene, grölende Menschen. Ich kann mir dagegen beim besten Willen nicht vorstellen, dass ein Großteil der Älteren etwas gegen das Sommerkino haben soll, und auch nicht dagegen, dass Menschen danach noch ein bisschen zusammen sitzen bleiben. Das kann kein Problem sein."
Dass es aber - wenn auch in kleinerem Umfang - das Freiluftkino am Uferstrand nahe des Falkeplatzes weiter gibt, freut CDU-Fraktionsvize Tino Fritzsche. "Nichtsdestotrotz hätte ich mir gewünscht, dass die Stadtverwaltung das Angebot des Dresdner Veranstalters als Ergänzung dazu annimmt", sagt er. Und hofft: "Vielleicht ist die Tür ja noch nicht ganz zugeschlagen."


13:47 Uhr
mkl81: @Pixelghost: Ausblick 2020: .. besser kann man es fast nicht sagen. Leider..
15:17 Uhr
gelöschter Nutzer: Die Stadt macht keinen Spaß. Wenn meine Frau und ich was erleben wollen (54) fahren wir nach Leipzig oder Dresden. Da kommen die Bands hin, die wir sehen will.
Freilichtbühne? Tote Hose. Für Mitklatschveranstaltungen ala Carmen Nebel oder Silbereisen sind wir noch nicht (hoffentlich noch lange nicht) "reif". Dafür haben uns unsere Kinder viel zu sehr für tolle Acts begeistert.
Einer unserer Söhne ist schon weggezogen, der andere wird spätestens in 1 1/2 Jahren ebenfalls abhauen.
2020 gibts hier nur noch Rentner, die bei jedem Huster die Polente rufen und ein paar Stubenhocker an der TU, die an ihren Linuxrechnern schrauben...
17:15 Uhr
Chemnitzer62: ...in der Tat ein Trauerspiel und kein Ende abzusehen. Als Auswärtiger und mit etwas Blick für andere Regionen ist dies unbegreiflich.
- Provinz ist immer da wo man sie zuläßt - Chemnitz kommt aus dem Dornröschenschlaf einfach nicht heraus. Wie heisst es doch so schön auf den Plakttafeln der Chemnitzer Stadtverwaltung im Jahr der Wissenschaft ? "...ihr werdet staunen...". ...so ist es...
21:56 Uhr
gelöschter Nutzer: Es wird Zeit, gegen diese äußerst fragwürdigen Entscheidungen dieser Stadt vorzugehen. Oder noch besser: Aus dieser Stadt weggehen. Es ist wirklich ein Trauerspiel!