In der Nacht zu Montag sind in Mühlau etwa 200 Lkw-Reifen und ein leerer Büro-Container in Flammen aufgegangen. Auf dem Gelände eines ehemaligen Transportunternehmens im Gewerbegebiet lagert seit Jahren allerlei Unrat.
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Feuerwehrleute im Dauer-Einsatz
Am Montag gegen 2 Uhr gingen Altreifen im Gewerbegebiet Mühlau in Flammen auf
Mühlau. Seit Jahren sind etwa 600 alte Lkw-Reifen, Betonplatten, Bauschutt, ein Baucontainer und allerlei Unrat im Gewerbegebiet den Mühlauern ein Dorn im Auge. Nach der Insolvenz des Pächters, einem Transportunternehmen, ging das Gelände wieder an die Gemeinde zurück. "Da das Grundstück uns gehört und über einen Erbpachtvertrag an den Unternehmer vergeben wurde, waren wir schließlich dafür zuständig", sagte Bürgermeister Frank Rüger (parteilos).
Die Gemeinde habe aber vom Pächter gefordert, dass das Gelände wieder ordnungsgemäß übergeben werde - also ohne Altreifen, Bauschutt und Müll. Da der Pächter finanziell nicht der Lage gewesen sei, den Abfall zu entsorgen, sei die Gemeinde tätig geworden, so Rüger. "Wir haben in den letzten Monaten mit mehreren Entsorgungsfirmen verhandelt und hofften, so das Problem kostengünstig lösen zu können." Nach dem Brand müsse man jetzt die Lage neu beurteilen. Das sei auch vom Ergebnis der Ermittlungen zur Brandursache abhängig.
Rauchwolke bis nach Burgstädt
Nach ersten Untersuchungen, so eine Polizeisprecherin, ermittle die Polizei wegen vorsätzlicher Brandstiftung. Laut Polizei sei ein etwa 20 mal 20 Meter großer Stapel mit Altreifen verbrannt. 22 Männer der Feuerwehren aus Mühlau und Hartmannsdorf konnten die Flammen innerhalb von zwei Stunden löschen. Die Gefahr eines Übergreifens der Flammen auf angrenzende Firmen bestand nicht, so die Sprecherin.
Mitarbeiter des Umweltamtes Freiberg waren zur Prüfung der Umweltbelastung im Einsatz. Eine Rauchwolke sei nach Burgstädt gezogen und habe sich durch den Wind schnell aufgelöst, erklärte Landkreis-Sprecher André Kaiser. Eine Gefahr für die Einwohner habe nicht bestanden. "Der Brand wurde mit Schaum gelöscht, dieser hat sich auf aufgelöst und versickerte auf dem Grundstück. Geringe Reststoffe wurden über den Kanal der Kläranlage zugeleitet. Gewässer waren nicht betroffen."
Die Polizei untersucht mögliche Zusammenhänge zur jüngsten Brandserie in Jahnsdorf und Leukersdorf, wo ein Auto, eine Scheune und ein Kiosk Opfer der Flammen wurden. Kurz vor Mitternacht am Sonntag war zudem ein Brand in einem Gerätehaus des Steinbruchs zwischen Waldkirchen und Gornau ausgebrochen. Die Löscharbeiten dauerten sechs Stunden. Allerdings sei es eher unwahrscheinlich, dass die Autobrände in Chemnitz Freitagnacht auf das Konto des oder der Mühlauer Brandstifters gehe, erklärte die Polizeisprecherin.
Strohballen in Brand
Nahe liege hingegen, dass der oder die Täter in der Nacht zu Montag in unmittelbarer Nähe zu Mühlau gezündelt haben. Denn eine Stunde später, gegen 3 Uhr mussten Feuerwehrleute zu einem brennenden Strohballen auf einem Feld an der Neuen Herrenhaider Straße ausrücken. An zwei weiteren Strohballen war das Feuer offensichtlich von selbst erloschen. Bereits von 2006 bis 2008 war es zu einer Reihe von Strohballen- und Scheunenbränden im Burgstädter Ortsteil Heiersdorf gekommen. Der Täter war ermittelt und verurteilt worden.


