Das Veranstaltungszentrum Forum erlebte in den vergangenen Jahren Disko-Partys und Debatten über Parteipolitik. Jetzt bereitet das Land Sachsen als Eigentümer den Abriss des Komplexes vor.
Foto: Andreas Truxa
Freistaat bereitet Forum-Abriss vor
Nach dem Umzug des bisherigen Pächters ins Luxor soll das Veranstaltungszentrum nicht wieder vermietet werden
Chemnitz. Die Tage des Veranstaltungszentrums Forum an der Brückenstraße sind offenbar gezählt. Nach dem Umzug des langjährigen Pächters, der Veranstaltungsgesellschaft ETM Forum, ins frühere Luxor-Kino, bereitet der Eigentümer der Immobilie nunmehr den Abriss des Komplexes vor. "Derzeit erfolgt die planerische Vorbereitung zum Rückbau des Veranstaltungszentrums", teilte der Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB) auf Anfrage von "Freie Presse" mit. Das Pachtverhältnis mit ETM Forum sei bereits Ende Oktober ausgelaufen, eine Nachnutzung des Objektes nicht vorgesehen. In der Vergangenheit waren ohnehin wiederholt Mängel beim Brandschutz festgestellt worden.
Einen konkreten Zeitplan für den Abriss des Komplexes gibt es indes noch nicht, teilte eine SIB-Sprecherin auf Anfrage der "Freien Presse" mit. Der Grund: Bislang stehe dafür noch kein Geld zur Verfügung. Ebenso wenig existierten konkrete Pläne, wie das Gelände künftig gestaltet werden soll, sagte sie. Allerdings hatte der Freistaat bereits Ende 2009 einen Ideenwettbewerb dazu ausgeschrieben. Dabei ging es vor allem um die damals geplante Ansiedelung eines Justiz- und Behördenzentrums auf dem rückwärtigen Areal des Forums zwischen Brückenstraße, Käthe-Kollwitz-Straße und Straße der Nationen.
Erster Preisträger wurde ein Entwurf des Chemnitzer Architekten Peter Koch und des Büros Studio-Zwei-Architekten. Er punktete vor allem auch deshalb, weil er vorsah, eine Verbindung zwischen Innenstadt und Opernplatz zu schaffen - mithilfe einer Öffnung der Erdgeschosszone des unter Denkmalschutz stehenden Gebäudes der früheren SED-Bezirksleitung hinter dem Karl-Marx-Monument. Der lang gezogene Bau wirkt bislang wie ein Riegel, der das Stadtzentrum von den Vierteln um Theaterplatz und Brühl abschneidet.
Abhilfe schaffen könnte nach Ansicht des Kuratoriums Stadtgestaltung zusätzlich eine Verknüpfung der Richard-Tauber-Straße am Hotel "Chemnitzer Hof" und der Käthe-Kollwitz-Straße mit der Mühlenstraße sowie eine Anbindung der Karl-Liebknecht-Straße an die Mühlenstraße. Zudem sollte nach Meinung dieses Expertengremiums, das die Stadt beim Stadtumbau berät, bei der Neugestaltung des bislang größtenteils als Parkplatz genutzten Areals auf eine kleinteilige Gliederung geachtet werden, "mit einem möglichst hohen Wohnanteil und attraktiver Erdgeschoss-Nutzung".
Ob der Freistaat gewillt sein wird, dem Rechnung zu tragen, bleibt abzuwarten. Die bisherigen Pläne jedenfalls sahen für den Bereich vor allem Bürokomplexe vor.


