Die Geschäfte rund um den Johannisplatz und an dessen Seitenstraßen zeigen wenig Interesse an Sonntagsöffnungstagen.
Foto: Andreas Seidel
Händler sehen Einkaufssonntag skeptisch
Interesse hält sich besonders im Mai in Grenzen
Limbach-Oberfrohna. Limbach-Oberfrohna. In Chemnitz, Leipzig und Dresden können die Einzelhändler gar nicht genug von verkaufsoffenen Sonntagen bekommen. Anders in Limbach-Oberfrohna. Waren es im vergangenen Jahr noch vier Termine, an denen die Stadt ihren Händlern den Verkauf gestattete, sind es in diesem Jahr nur noch zwei Sonntage. Überraschend dabei: Diese Kürzung stößt auf keinerlei Gegenwehr. Eher das Gegenteil ist der Fall. "Die Stadt musste sogar den zweiten Termin mit der Eröffnung des Esche-Museums noch ins Spiel bringen. Es scheint seitens des Einzelhandels keinen Bedarf zu geben", schätzt SPD-Stadtrat Jesko Vogel.
Nur mit Veranstaltung sinnvoll
Fragt man nach den Gründen, heißt es beispielsweise: "Ein verkaufsoffener Sonntag ist nur erfolgsversprechend, wenn er mit einer Veranstaltung gekoppelt ist, wie beispielsweise ein Weihnachtsmarkt", sagt Carmen Eckebrecht, Vorsitzende Handels- und Gewerbevereins.
Nun gibt es aber auch für den ersten der beiden verkaufsoffenen Sonntage einen Anlass: Am 15. Mai soll das Esche-Museum an der Sachsenstraße für Besucher geöffnet werden. Dass nach dem Museumsbesuch Heerscharen an kauffreudigen Menschen die Geschäfte stürmen, daran glauben allerdings wenige Händler in Limbach-Oberfrohna.
So hat auch Simone Held, Teamleiterin von NKD-Moden, für ihr Geschäft an der Helenenstraße beschlossen, an der Sonntagsöffnung am 15. Mai nicht teilzunehmen. Dafür werde auf dem Johannisplatz und in den Einkaufsstraßen zu wenig los sein, glaubt sie. "Wenn ein Museum öffnet, heißt das noch lange nicht, dass viele zum Einkaufen kommen." Gerade Jugendliche und Eltern mit Kindern würde die Eröffnung weniger interessieren. "Die Stadt hätte zusätzlich was für Kinder und Jugendliche anbieten müssen." Am 4. Dezember wolle sie aber wegen des Weihnachtsmarktes öffnen. Dann wüssten die Kunden auch, dass die Läden offen seien.
Ebenso geschlossen bleiben die Türen der Boutique "Fresh mix by Yvette" am Johannisplatz. "Die Sonntagsöffnung würde sich für uns nicht lohnen", begründet Geschäftsführerin Yvette Darasz. Außerdem habe sie zu kurzfristig von dem Termin erfahren, um sich vorzubereiten. Wie andere Geschäfte auch setze sie von den beiden möglichen Terminen lieber auf Weihnachten. Obwohl ihr auch das bisher keine immensen Umsatzsprünge gebracht habe, sagt Darasz. "Wir wollen für unsere Stammkunden präsent sein. Es wirkt nicht gut, an so einem Tag geschlossen zu haben."
Neben vielen Modegeschäften in der Innenstadt bleibt mit dem Kaufland am Ostring auch der größte Einkaufstempel der Stadt am 15. Mai geschlossen. Ob man am 4. Dezember öffnen werde, sei nicht entschieden, heißt es auf Anfrage.
Schwerpunkt bleibt Familientag
Es gibt aber auch Händler, die das Angebot der Stadt in zwei Wochen nutzen wollen. Zu ihnen zählt Kornelia Garbsch, Inhaberin des Ladens Mode Wächtler an der Hechinger Straße. Sie wolle die Möglichkeit zumindest am Nachmittag testen. "Ich hoffe mal, dass ein paar Limbacher unterwegs sind", sagt sie. Und dass Einkaufsaktionen in Kleinstädten funktionieren, könne man an Verkaufsnächten wie in Hohenstein sehen. Skeptisch ist Kornelia Garbsch trotzdem. "Es fehlt an der Werbung, viele Bürger kennen den Termin nicht."
Seitens des Gewerbevereins wird es für den 15. Mai keine Werbeaktion geben. Auch sie habe zu kurzfristig von dem Termin erfahren, sagt Carmen Eckebrecht. "Unser Schwerpunkt liegt ohnehin auf dem Familientag." Zu diesem Anlass blieben die Geschäfte am Samstag, dem 17. September, bis Abends geöffnet. Jedes Geschäft würde dann eine Aktion organisieren. Es werde einen erweiterten Bauernmarkt, eine Modenschau und Kindertanz geben. Bis Ende Mai könnten sich die Geschäfte beim Gewerbeverein anmelden.


21:33 Uhr
HorrorBeetle: Limbach-O. ist auch nur ein kleiner Ort, ohne Flair und Ortsmitte. Da ist es verständlich, dass niemend am Sonntag einkaufen will.
Außerdem haben die Limbacher ja Chemnitz und das Chemnitz-Center direkt vor der Haustür! Da würde ich auch nicht in Limabch einkaufen gehen!