Foto: Tilo Steiner (Grafik)
Neue Krebs-Klinik am Küchwald geplant
Klinikum Chemnitz will 2015 eine neue Klinik für Onkologie in Betrieb nehmen
Chemnitz. Chemnitz. Für insgesamt 14,5 Millionen Euro will das Klinikum Chemnitz am Küchwald ab Sommer kommenden Jahres einen Neubau für die Klinik für Krebs- und Blutkrankheiten errichten. Damit reagiert die Einrichtung nach Aussage des Medizinischen Geschäftsführers Professor Jürgen Klingelhöfer auf einen wachsenden Bedarf. "Unsere Bevölkerung wird immer älter und damit steigt auch die Anzahl der Patienten, die von Krebserkrankungen betroffen sind", sagte er.
Laut Klingelhöfer werden im Klinikum jährlich etwa 10.000 Krebspatienten stationär behandelt. Rund 3000 von ihnen seien dabei auch von bösartigen Erkrankungen des Blut- beziehungsweise Lymphdrüsensystems betroffen. In der neuen Klinik, deren Eröffnung für 2015 geplant ist, sollen Patienten mit derartigen Krankheitsbildern behandelt werden. Eine Möglichkeit der Therapie ist dabei die Stammzelltransplantation. Diese birgt nach Auskunft von Klingelhöfer für eine große Zahl von Patienten, für die diese Therapie infrage kommt, eine hohe Chance der Heilung.
Das auf einer Fläche von rund 1000 Quadratmetern zu errichtende Gebäude wird neben einem Keller- und Erdgeschoss zwei Stockwerke aufweisen. Die Gesamtfläche der Klinikräume soll nach Fertigstellung rund 3400 Quadratmeter betragen und Platz für 95 Patienten bieten. Der Freistaat steuert für die neue Klinik für Hämatologie und Onkologie 11,6 Millionen Euro an Fördermitteln bei. Der Restbetrag wird aus Eigenmitteln des Klinikums finanziert.
Das Chemnitzer Bauvorhaben ist eines von vier medizinischen Projekten in Sachsen, die der Freistaat mit einer Gesamtsumme von 43,6Millionen Euro unterstützt. Zu weiteren Orten neben Chemnitz zählen dabei eine Zwickauer Kinder- und Frauenklinik, eine Bornaer Einrichtung für Palliativmedizin sowie ein Herz-, Kreislauf- und Gefäßzentrum in Dresden.
Mit dem Neubau kann die bisherige Kapazität um zehn Betten erhöht werden. Von den insgesamt 95neu entstehenden Plätzen sind 14Betten für die Intensivstation (einschließlich Stammzelltransplantation), 18 für die Überwachungsstation und 63 für zwei Normalstationen vorgesehen. Während im Erdgeschoss die Klinikambulanz und Tagesklinik untergebracht werden sollen, wird das erste Geschoss Raum für die beiden Normalstationen bieten. Der zweite Stock ist für die Intensiv- und Überwachungspatienten vorgesehen. Die neue Klinik wird über Verbindungstrakte mit anderen Kliniken und Krankenhausabteilungen am Standort Küchwald verbunden sein.
Vorteil des Neubaus ist nach Ansicht von Klingelhöfer eine noch modernere Ausstattung als bisher. "Das betrifft auch die Filtersysteme, die verhindern sollen, dass der durch die Behandlung geschwächte Organismus des Patienten etwa durch Luftverunreinigungen zusätzlich belastet wird", sagte er. Ein weiterer Vorteil bestehe darin, dass mit dem Umzug der Klinik in das neue Gebäude Räume frei würden, in die dann Teile der Klinik für Strahlentherapie einziehen könnten. Die musste bisher mit einer Container-Baulösung zufrieden sein. "Wir erhöhen mit der neuen Klinik nicht nur die Versorgungsquantität, sondern auch die Qualität noch einmal deutlich", ist Klingelhöfer überzeugt.
Einen weiteren Qualitätssprung der medizinischen Versorgung sieht der Geschäftsführer zudem in der parallel zum Neubau laufenden Errichtung des Onkologischen Centrums Chemnitz (OCC). Dem klinikübergreifenden Gremium gehören Vertreter aller medizinischen Fachbereiche des Klinikums an, die mit der Diagnostik und Therapie von Tumorpatienten beschäftigt sind. "Sie finden sich im Krebszentrum zusammen, um Wissen und Erfahrungen auf kurzem und direkten Wege auszutauschen und die beste Form der Behandlung für den einzelnen Patienten zu finden", sagte Klingelhöfer. Eine wichtige Rolle innerhalb dieses Zentrums werden der Chefarzt der Klinik für Hämatologie und Onkologie, Dr. Mathias Hänel, sowie der Chefarzt der Klinik für Radioonkologie, Dr. Dieter Baaske, spielen.


