Höhepunkte wie das Heizhausfest soll es nun auch 2012 geben. Foto: Andreas Truxa/Archiv
Sächsisches Eisenbahnmuseum vorerst gerettet
Wiedereröffnung zu Ostern geplant
Chemnitz (dapd-). Die Stadt Chemnitz hilft dem finanziell angeschlagenen Sächsischen Eisenbahnmuseum auf die Sprünge. Chemnitz fühle sich seiner großen Eisenbahntradition, die mit Persönlichkeiten wie dem Unternehmer und "Lokomotivkönig" Richard Hartmann verbunden sei, verpflichtet, sagte Bürgermeister Philipp Rochold (parteilos) am Donnerstagabend im Kulturausschuss der Stadt. Die zu den größten Eisenbahnmuseen Deutschlands gehörende Einrichtung war Ende 2011 kurzfristig geschlossen worden, Führungen sind nur nach Anmeldung möglich.
Zunächst werden den Angaben zufolge 20.000 Euro aus Restmitteln des Kulturbüros zur Verfügung gestellt. Außerdem hat Rochold vorgeschlagen, die jährliche Fördersumme zu erhöhen. 2011 gingen 25.000 Euro aus dem kommunalen Haushalt an das SEM, wie die Stadt auf dapd-Anfrage mitteilte. Im Jahr davor waren es fast 35.000 Euro.
Die Stadtverwaltung geht in einer Mitteilung davon aus, dass das SEM nun "auf sicherem Gleis" sei. Doch bleibe das starke Engagement des Museums und der Mitglieder des Trägervereins gefordert. Außerdem müssten Sponsoren gesucht werden. Anstehende Arbeiten seien unter anderen die Restaurierung von Traditionswagen, ein "TÜV" für die hauseigene Dampflok und Reparaturen an den Gebäuden.
Nach Einschätzung von Museumsleiter Holger Drosdeck könnte ein eingeschränkter Betrieb in diesem Jahr gesichert werden, wenn die versprochene Förderung von der Stadt kommt. Die 20.000 Euro zusätzlich und eine größere Spende eines Versorgers würden gerade einmal helfen, das "exorbitante Defizit" des Jahres 2011 zu mindern. "Ohne dieses Geld würde das Museum gar nicht mehr existieren", sagte Drosdeck der Nachrichtenagentur dapd. Das SEM habe unter anderem eine wegen Schäden an der alten Anlage entstandene fünfstellige Stromkosten-Nachforderung aus dem Jahr 2010 begleichen müssen.
Laut Drosdeck soll das Museum zunächst ehrenamtlich betrieben werden. Dabei sei an Öffnung an den Wochenenden, Fortführung der Arbeit an den Fahrzeugen und ein kleines Sonderfahrten-Programm gedacht. Auch das traditionelle Heizhausfest solle es geben. Die Saisoneröffnung sei für den 6. April geplant. Richtig helfen würde nur ein Engagement des Freistaates Sachsen, wie Drosdeck hinzufügte.


