Im Spiegelsaal von Schloss Rabenstein prüfen Silvia Willer (links) und Annett Brendel die gedeckten Tische. Der große Wandspiegel stammt von 1902/03 und wurde im Zuge der Sanierung des Hauses aufgearbeitet.
Foto: Andreas Seidel
Schloss Rabenstein wird am Freitag als Hotel und Restaurant eröffnet
Einstiges Herrenhaus war vier Jahre lang geschlossen
Chemnitz. Barock, Jugendstil und DDR-Zeit treffen im Inneren des Rabensteiner Schlosses aufeinander. Die drei Stilepochen wurden in den vergangenen zweieinhalb Jahren beim Umbau des Hauses in Zusammenarbeit mit dem Denkmalschutz miteinander kombiniert. Das dabei entstandene behindertengerechte Hotel mit 27 Betten, Restaurant und Tagungsräumen wurde vom Hotel- und Gaststättenverband Dehoga mit vier Sternen vorzertifiziert. "Die endgültige Zertifizierung ist erst möglich, wenn das Haus eröffnet ist", sagt Hans-Werner Grießl, Geschäftsführer des städtischen Fortbildungszentrums Chemnitz, das Eigentümer des Schlosses ist.
Die Eröffnung wird am Freitag mit geladenen Gästen gefeiert. Am Sonnabend um 11 Uhr beginnt der reguläre Betrieb in Restaurant und Hotel. Bis dahin übe das neue Team noch fleißig alle Wege und Abläufe im Haus. Um Besucherzahlen macht sich Grießl wenig Gedanken. In den nächsten Tagen rechne er mit einem Ansturm Neugieriger. Und für dieses Jahr stünden bereits zahlreiche Anmeldungen für Feiern, Tagungen und Übernachtungen im Kalender.
Das Hotel nahe der Burg Rabenstein soll von Anfang an schwarze Zahlen schreiben, stellt er klar. Erreichen will man das mit gehobener Gastronomie, sehr gutem Service und einem ansprechenden Ambiente sowie dem Angebot, dass auch kleine Gruppen mit bis zu zwölf Personen dort tagen und feiern können.
Die Immobilie gehörte von 2000 bis 2008 der Lebenshilfe Sachsen, die dort mit behinderten und nicht-behinderten Mitarbeitern ein Tagungshotel unterhielt. Der Betrieb war 2007 mit Verweis auf wirtschaftliche Gründe eingestellt worden. Nachdem das Fortbildungszentrum die Immobilie für 825.000 Euro erworben hatte, stellten sich mehr Baumängel heraus als zunächst angenommen. Die Eröffnung des Hauses war deshalb immer wieder verschoben worden.


