Das Bergbaugebiet Buchholz mit der St.-Katharinen-Kirche (Foto) ist bei der Bewerbung der Montanregion Erzgebirge um den Welterbetitel dabei. Viele sehen darin vor allem eine große Chance in Sachen Tourismus.
Foto: B. Streek
Buchholz schafft es unter die Vorschläge fürs Weltkulturerbe
Mittlerweile vier Objekte für Bewerbung um das Unesco-Prädikat ausgewählt
Annaberg-Buchholz. Annaberg-Buchholz. Bei der Bewerbung der Montanregion Erzgebirge um den Unesco-Welterbetitel wird nun auch Buchholz eine Rolle spielen. Dessen Bergbaugebiet inklusive der St.-Katharinen-Kirche ergänzt die Objektliste, mit der die Kreisstadt bei dem Projekt vertreten sein wird. Das ist das Ergebnis einer konkreten Umsetzungsstudie für Annaberg-Buchholz, welcher der Stadtrat mehrheitlich zugestimmt hat. Ursprünglich hatten Fachleute "nur" die Altstadt von Annaberg sowie die Bergbaugebiete Pöhlberg und Frohnau für das Vorhaben vorgesehen, das derzeit insgesamt rund 50Objekte auf deutscher und tschechischer Seite des Erzgebirges umfasst.
Antrag soll 2013 gestellt werden
Sie sollen laut dem Förderverein Montanregion Erzgebirge die außergewöhnliche Kulturlandschaft repräsentieren, die sich seit den ersten Silberfunden im Erzgebirge entwickelt hat und ihr zum Status als Weltkulturerbe verhelfen. "Die Antragstellung soll 2013 durch die Bundesrepublik Deutschland gemeinsam mit der Tschechischen Republik erfolgen", informiert der Verein. Neben den Arealen in Annaberg-Buchholz stehen etwa der Scheibenberg mit seinen Basaltsäulen sowie die Bergbaugebiete Jöhstadt und Ehrenfriedersdorf auf der Liste. Die Stadträte dort werden aber erst noch über die jeweilige Umsetzungsstudie entscheiden.
Bauvorhaben kein Hindernis
Annaberg-Buchholz ist nach Marienberg, Schneeberg und Olbernhau die vierte Kommune, in der dieser Schritt schon erfolgte. Erarbeitet wurde die Analyse von einem Team der TU Bergakademie Freiberg unter der Leitung von Helmuth Albrecht, dem "Vater" des gesamten Projekts, und mehreren Stadträten. Die Studie kam unter anderem zu dem Ergebnis, dass drei größere Bauvorhaben einen möglichen Welterbestatus für die vier vorgeschlagenen Kreisstädter Bereiche nicht beeinträchtigen würden. Das gelte für die Errichtung eines Parkhauses an der Scheibnerstraße, den langfristig geplanten Bau einer Ortsumgehung für die Kreisstadt sowie für die neue Zschopautalbrücke als Teil der B 95 zwischen Schönfeld und Annaberg. Bei Letzterer wurden aber Zweifel laut - gerade was die Sichtbeziehung auf die Altstadt betrifft, die bei einem Welterbestatus eine Rolle spielen würde. "Es verwundert mich, dass die Brücke kein Hindernis sein soll", sagte Gerd Schlott (Die Linke) in Bezug auf den Blick, der sich aus Richtung Schönfeld auf die Kreisstadt bietet. Ohnehin lehne das Gros der Einwohner das Vorhaben in Regie des Straßenbauamtes Plauen ab. Albrecht erklärte jedoch, dass die historische Sichtachse nach den vorliegenden Planungen erhalten bleibe. "Wir treffen ja keine Aussage, ob das Objekt sinnvoll ist."
Mit dem jetzt gefassten Ratsbeschluss bleibt Annaberg-Buchholz beim Projekt Montanregion endgültig im Boot. "Sie verpflichten sich, den möglichen Welterbestatus bei künftigen Planungen zu berücksichtigen", sagte Albrecht zu den Räten. Allerdings haben alle ausgewählten Objekte für die Bewerbung um das Unesco-Prädikat ohnehin einen Schutzstatus - etwa als Denkmal oder im Bereich Naturschutz.
Mehrere tausend Euro Kosten
Der Weg hin zum möglichen Welterbetitel ist für die Kreisstadt natürlich mit Kosten verbunden. 2011 wurden rund 3500 Euro einkalkuliert, für 2012 bis 2014 jeweils zirka 8500 Euro.


