Die Hänge am Fichtelberg werden künstlich beschneit. Aber die Bedingungen reichen noch nicht aus, um Skipisten präparieren zu können.
Foto: Bernd März
General Winter lässt Schneekanonen allein
Wintersportgebieten fehlt es an Naturschnee - Zahlen der Fichtelberg Schwebebahn GmbH überzeugen trotzdem
Oberwiesenthal. Am Mittwoch sollte Saisonstart sein am Fichtelberg. Doch der Winter übt sich weiter in vornehmer Zurückhaltung, sodass an Pistenvergnügen noch nicht zu denken ist. Ohne ausreichend echte Flocken schaffen es die Schneekanonen selbst im Dauerbetrieb nur mühsam, brauchen zudem Minusgrade. Aber am Mittwoch soll es in Oberwiesenthal Regen geben. "Wenn der ausbleibt, testen wir am Donnerstag die Verhältnisse. Reichen sie aus, könnten am Samstag die Lifte eingeschaltet werden", so Lötzsch.
Unternehmen auf soliden Füßen
Trotzdem: Kein idealer Start von Geschäftsführer René Lötzsch. Der 39-Jährige übernimmt mit Beginn 2012 die alleinige Geschäftsleitung bei der Fichtelberg Schwebebahn von Wolfgang Schmiedl. Der langjährige Chef ist Dienstagabend im Stadtrat offiziell verabschiedet worden. Er hinterlässt seinem Nachfolger ein solides wirtschaftliches Unternehmen. Standen Anfang des zurückliegenden Wirtschaftsjahres knapp 3,2 Millionen Euro liquide Mittel zur Verfügung, konnten diese bis jetzt auf reichlich 3,7 Millionen Euro erhöht werden.
Und das trotz eines Umsatzrückganges in der Wintersaison. Lötzsch spricht von annähernd 80.000 Euro. Ursachen dafür sieht er unter anderem in den ausgiebigen Schneefällen bis in die Niederungen, die auch in vielen umliegenden Gemeinden den Liftbetrieb ermöglichten. Für den Ausgleich sorgten die guten Sommereinnahmen - im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von 32 Prozent. Damit konnte insgesamt ein Umsatzergebnis im Bereich des Vorjahres erzielt werden. Davon profitiert unter anderem die Stadt Oberwiesenthal, die etwa 100.000 Euro Gewerbesteuer erhält.
Fürs aktuelle Wirtschaftsjahr rechnet der neue Geschäftsführer mit einem ähnlichen Verlauf. Wenngleich dann einige Ausgaben auf die 100-prozentige Tochtergesellschaft der Stadt zukommen. Denn nach Abschluss der Wintersaison Ende März soll in April mit der geplanten Sanierung der ältesten Seilschwebebahn Deutschlands begonnen werden - geplante Gesamtkosten: annähernd 1,2 Millionen Euro. "Die Finanzierung wird mit Eigenmitteln und einem Kredit erfolgen, der über fünf Jahre läuft", kündigt René Lötzsch an. Die Generalsanierung ist unter anderem erforderlich, um für die im Dezember 1924 eingeweihte Anlage wieder eine Betriebserlaubnis zu erhalten.
Bauarbeiten dominieren Saison
Doch nicht nur an der Bahn selbst werden in der nächsten Sommersaison die Handwerker die dominierende Rolle spielen. Parallel dazu ist Verschiedenes geplant, womit die Attraktivität erhöht werden soll. Die notwendigen Investitionen dafür betragen nach gegenwärtigen Schätzungen etwa 500.000 Euro. Unter anderem sind Veränderungen an der Berg- und der Talstation vorgesehen. Beispielsweise soll im Kellergeschoss der Talstation eine öffentliche Toilettenanlage gebaut werden. www.fichtelberg-ski.de


