Zwei Insassen dieses Nissan sind am Freitag zwischen Frohnau und Schönfeld verletzt worden. Das Auto war mit einem Laster kollidiert.
Foto: Bernd März
Glatte Straßen bringen Fahrer in die Bredouille
Unfälle und liegen gebliebene Laster prägten am Freitag das Bild in der Region
Annaberg-Buchholz. Der vorletzte Tag des Jahres hat Autofahrern und Fußgängern im Erzgebirge viel abverlangt. Auf glatten Straßen kam es am Freitag zu zahlreichen Unfällen, wie die Polizeidirektion Chemnitz-Erzgebirge mitteilte. In deren Bereich wurden bis zum Nachmittag 60 Karambolagen gezählt, zehn davon ereigneten sich in der Region Annaberg. Meist blieb es bei Blechschäden. Zwischen Frohnau und Schönfeld sind aber zwei Menschen schwer verletzt worden, so die Beamten. Sie mussten in ein Klinikum gebracht werden.
Dabei handelte es sich um einen 43-Jährigen und seine 47-jährige Beifahrerin, die gegen 12 Uhr in einem Nissan auf der Sehmatalstraße in Richtung Schönfeld unterwegs waren. In einer Rechtskurve geriet das Auto ins Schleudern und prallte mit einem entgegenkommenden Laster zusammen. Den entstandenen Schaden schätzt die Polizei auf rund 11.000 Euro. Zudem musste die Strecke bis gegen 14 Uhr gesperrt werden. Neben Polizei und Rettungsdienst waren rund 35 Kameraden umliegender freiwilliger Feuerwehren für Bergungsarbeiten im Einsatz.
"Der Winterdienst ist eine Katastrophe. Ich habe ja Verständnis dafür, dass nicht jede Nebenstraße geräumt ist. Aber was sich einem gerade auch auf Staats- und Bundesstraßen bietet, ist nicht mehr zumutbar", schimpfte Jens Krause aus Annaberg-Buchholz. Thomas Bretschneider, Referatsleiter Straßenunterhaltung im Landratsamt, sah das anders. "Die Mitarbeiter unserer Straßenmeistereien sind seit 2beziehungsweise 3 Uhr komplett mit 52 Fahrzeugen im Einsatz. Mit jedem Fahrzeug muss dabei eine Strecke von rund 25 Kilometern betreut werden", sagte er. Dort, wo Probleme auftraten, seien meist Lkw im Spiel gewesen, die quer standen oder in den Graben gerutscht waren. Deshalb gab es etwa auf der B 101 zwischen Schlettau und Scheibenberg Behinderungen.
Zwar führte die Glätte zu einem erhöhten Unfallaufkommen. "Aber für unsere Verhältnisse ist es ein normaler Wintertag", sagte Gerd Franze von der Wetterwarte des Deutschen Wetterdienstes auf dem Fichtelberg. Allerdings wehte dort oben ein kräftiger Wind - mit einer Geschwindigkeit von bis zu 90Kilometern pro Stunde, so Franze am Nachmittag. Der Schneefall sei mäßig bis stark gewesen. "Von Früh bis Mittag gab es sechs Zentimeter Neuschnee."


