Die Manufaktur der Träume hat 2011 in der Kreisstadt wie erwartet die meisten Gäste angezogen. Gut 84.300 Besucher wollten die Sammlung von Erika Pohl- Ströher sehen. Diese beinhaltet auch diesen Bergaufzug, den am Dienstag Klaus Hambel und Tochter Peggy bestaunten.
Foto: Bernd März
Museumstrio zählt fast 141.000 Gäste
Erster Jahresvergleich für die Manufaktur der Träume, das Erzgebirgsmuseum und den "Frohnauer Hammer" vor
Annaberg-Buchholz. Die Manufaktur der Träume hat sich 2011 als das erwartete Zugpferd unter den drei städtischen Museen von Annaberg-Buchholz erwiesen. Zirka 84.300 Besucher wollten die Sammlung erzgebirgischer Volkskunst von Erika Pohl-Ströher sehen, die seit 15 Monaten offen steht. Daher liegt nun auch erstmals ein Jahresvergleich mit den beiden alteingesessenen Häusern "Frohnauer Hammer" und Erzgebirgsmuseum vor. Diese mussten 2011 trotz der neuen Schau keinen weiteren Rückgang bei den Gästezahlen hinnehmen. Sie stiegen im Vergleich zu 2010 sogar leicht: auf fast 39.600 im "Hammer" und 16.800 im Gemäuer an der Großen Kirchgasse. Allerdings waren die Zahlen des Vorjahres auch die niedrigsten seit Langem gewesen.
Ein Ziel: Mehr Touristen werben
Statistische Daten sind für die Stadtverwaltung wichtig, erläutert Peggy Kreller, Leiterin des Fachbereichs Kultur, Marketing und Tourismus. Daraus lässt sich nicht nur Vergangenes ablesen, auch künftige Aufgaben werden aus den Ergebnissen abgeleitet. "Stichproben und Hochrechnungen haben zum Beispiel ergeben, dass gut 80 Prozent der deutschen Besucher in der Manufaktur der Träume aus Sachsen kamen", sagt Kreller. Es folgten Thüringer sowie Gäste aus Sachsen-Anhalt und Bayern. Währenddessen waren Ausflügler aus dem Norden kaum vertreten. Deshalb gibt es aus Sicht der Marketingchefin noch Potenzial, was etwa die Werbung in Broschüren für Touristen angeht, die im Erzgebirge einen Kurzurlaub machen und Ausflugsziele suchen.
2012 stehen aber noch andere Aufgaben an, die zudem von einer neuen Leiterin der städtischen Museen koordiniert werden. Désirée Baur, die seit 1. Januar im Amt ist, wird unter anderem das Jubiläum "125 Jahre Erzgebirgsmuseum" mit vorbereiten. Derzeit lebt sich die gebürtige Baden-Württembergerin im Erzgebirge ein und lernt ihr neues Arbeitsumfeld kennen. Zuletzt war die studierte Kunsthistorikerin und Architektin fünf Jahre lang als Leiterin des Thüringer Museums in Eisenach tätig. "Ich denke, meine Aufgaben hier werden ähnlich sein", sagt sie. Einen Schwerpunkt sieht Désirée Baur 2012 darin, weiter an einer anderen Konzeption für den "Frohnauer Hammer" in Verbindung mit der dortigen Volkskunstgalerie zu arbeiten. Dabei geht es vor allem um die Frage, was aus Letzterer werden soll. Der Anfang dafür wurde 2011 mit einer Zukunftswerkstatt gemacht. Allerdings ruhte das Ganze dann, denn im vergangenen Jahr gab es Querelen zwischen der Stadt und der damaligen Museumsleiterin Silke Kral, deren Vertrag Ende Dezember auslief. Sie war aber bereits seit Anfang Juli vom Dienst freigestellt.
2012: Von Klöppeln bis Musikfest
Dieses Jahr soll nun alles wieder in geordneten Bahnen laufen. Der Veranstaltungsplan für 2012 steht zum großen Teil fest. Eine Sonderausstellung wird sich ab Juni dem Jubiläum "125 Jahre Erzgebirgsmuseum" widmen, dessen Gründung laut dem langjährigen Leiter der Einrichtung, Jörg Bräuer, auf das Engagement eines Vereins zurückzuführen ist. Zudem sind Präsentationen anlässlich des 30. Deutschen Klöppelkongresses vorgesehen, der im April in Annaberg-Buchholz ausgerichtet wird. Sonderausstellungen dazu werden sowohl im Haus an der Großen Kirchgasse als auch in der Manufaktur der Träume gezeigt. Dort ist weiterhin ein besonderes Projekt anlässlich des Musikfests Erzgebirge geplant, zu dessen Programm im September ein Erzgebirgisches Sängerfest in Annaberg-Buchholz gehört. Beim "Frohnauer Hammer" setze man auf Bewährtes wie spezielle Schmiede-Vorführungen zum Mühlentag und zum Tag des traditionellen Handwerks.


