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Zimmerermeister Stefan Lein und Läutmaschinenmonteur Frank Forke (v. l.) in freudiger Erwartung der größten der drei neuen Bronzeglocken.

Foto: Fotos (3): Sebastian Paul Bild 1 / 3

Tonnenschweres Trio auf Turm befördert

Die Tannenberger machen Druck. Am Sonntag wurden die drei neuen Kirchenglocken feierlich geweiht. Einen Tag später waren sie schon im Turm.

Von Matthias Wetzel
erschienen am 21.03.2017

Tannenberg. Am Ende war alles recht einfach. Spezialisten hievten mit einem Autokran die drei neuen Bronzeglocken in den Turm der Tannenberger St. Christophorus-Kirche. Fast fünfzig Schaulustige blickten gespannt nach oben, fotografierten oder filmten den bedeutenden Moment. Allein Pfarrer Thomas Stiehl fehlte, er konnte nicht dabei sein. In seinem Dienstplan stand Konfirmandenunterricht in Zwönitz. Doch der Gottesmann hatte ja schon einen Tag zuvor die neuen Glocken in Tannenberg begrüßt und geweiht. Den profanen Teil sollten andere übernehmen.

Die drei Glocken, die größte über eine Tonne, die beiden kleineren 660 und 330 Kilo schwer, wurden einzeln nach oben gehievt und auf einer Arbeitsplattform in fast 20 Meter Höhe von Läutmaschinenmonteur Frank Forke und Zimmereimeister Stefan Lein in Empfang genommen. Von dort wurden sie auf Schienen ins Innere des Kirchturmes gerollt.

Als der letzte der drei neuen Klangkörper im Turminneren verschwunden war, brandete Beifall unter den Anwesenden auf. Auch Bürgermeister Christoph Neubert war gerührt: "Wenn man bedenkt, dass diese drei Glocken jetzt wieder 500 Jahre halten sollen, ist man schon beeindruckt. Zum Glück haben wir hier in Tannenberg so eine rührige Kirchgemeinde, die dieses Projekt angepackt hat." Für Neubert sind die drei neuen Glocken die Krönung einer nun fast schon dreißig Jahre andauernden Sanierung.

Der Turm wurde erneuert, die Turmhaube, der Innenraum der Kirche, die Orgel und jetzt im März 2017 als Schlusspunkt die Glocken, die in Zukunft die Kunde von einer sehr aktiven Kirchgemeinde in die Ferne tragen werden. "Wie sie klingen wissen wir leider noch nicht", räumte Neubert ein. "Wir haben zwar mal mit dem Gummihammer probiert aber das Ergebnis war ein schwarzer Abdruck und ein undefinierbares Geräusch", lachte der Tannenberger Gemeindechef.

Bis das neue Trio das erste Mal im Kirchturm schwingt, werden noch ein paar Wochen vergehen. Geplant ist laut Pfarrer Stiehl der Palmsonntag. Vorerst hängen sie noch nicht in ihrem Joch. Denn der neue Glockenstuhl könne erst jetzt fertig gebaut werden, wie Danny Schreiter vom zuständigen Zimmereibetrieb erläutert. Schreiter scharrte schon mit den Hufen, kaum dass die Glocken im Turm waren. Er hatte schon ein Paket mit mehr als fünf Meter langen Eichenholzbalken geschnürt, das nun den Glocken nachfolgen sollte. "Wir stellen morgen mit diesen Balken den Glockenstuhl fertig. Erst dann können die Glocken eingehängt und das Läutwerk installiert werden", so Schreiter.

Doch bevor die Balken nach oben gingen, sollten die drei alten Kirchenglocken auf extra vorbereitete Fundamente vor der Kirche gestellt werden. Das entpuppte sich als echte Herausforderung, weil der Autokran inzwischen in den durchfeuchteten Boden eingesunken war und drohte umzukippen. Nach einer eiligen Befestigung des Untergrundes durch Schotter fanden auch die alten Glocken ihren Platz neben der Kirchenmauer.

Wenn es nach Pfarrer Stiehl gegangen wäre, hätte man die alten Eisenglocken, die nach dem Ersten Weltkrieg als Ersatz für die originalen Bronzeglocken gegossen wurden, auch einschmelzen können. Doch ein Gesetz besagt, dass die alten Glocken einen würdigen Platz an der Kirche bekommen sollen.

Für Bürgermeister Neubert hat diese Lösung auch Vorteile. "Sie gemahnen uns daran, dass der Krieg nicht einmal vor der Kirche halt gemacht hat und sie zeigen uns, dass auch in der schweren Nachkriegszeit die Tannenberger so viel Energie und Engagement aufgebracht haben, um für einen Ersatz zu sorgen.

 
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