Sind die Ampeln aus, ist Stadtfest-Stau in Aue. Auf allen Straßen der Innenstadt wird gefeiert. Speziell bei Shows im Mittelalter-Bereich vorm Rathaus bildet sich stets schnell ein großer Publikumspulk. 
Sind die Ampeln aus, ist Stadtfest-Stau in Aue. Auf allen Straßen der Innenstadt wird gefeiert. Speziell bei Shows im Mittelalter-Bereich vorm Rathaus bildet sich stets schnell ein großer Publikumspulk.

Foto: Lippmann-Wagner

Auer genießen ihr Stadtfest mit allen Sinnen

Tausende Einheimische und Gäste sind am Wochenende in die Auer Innenstadt geströmt

Aue. Aue macht mit seinem Stadtfest den Großstädten Konkurrenz. Mehrere Bühnen, verschiedene Themenbereiche und an jeder Ecke tolle Aktionen. Es ist eine Mischung aus Vereinsfest, Jahrmarkt, Schlemmermeile und auch Mittelalterfest. Daher muss jeder, der das Stadtfest in Aue besucht, viel Zeit mitbringen, muss sich von Gasse zu Gasse treiben und sollte die vielfältigen Eindrücke, die Gerüche und Klänge auf sich wirken lassen.

Der Anton-Günter-Platz beispielsweise diente erneut als Jahrmarkt. Dort befanden sich das große Riesenrad, verschiedenste Karussells und die sonst so typischen Rummelbuden mit Leuchtreklame und lauter Musik. Das aber ist nur ein Bild des Stadtfestes. Ein anderes entführt die Menschen in längst vergangene Zeiten. Am Rathaus wurden die Töne leiser, aber nicht weniger aufregend. Dudelsack und Fiedel, Harfe und dumpfe Trommeltöne stehen für das Mittelalter. Obwohl im Mittelalterbereich vor allem in den Nachmittagsstunden kaum ein Durchkommen war, haderte mancher Schausteller mit dem Publikum. Der Stand des Korbflechters blieb die meiste Zeit leer, weil sich kaum jemand Zeit nehmen wollte, das alte Handwerk auszuprobieren. Und auch der Kinderherold Klaus Utz aus Köln meinte Schulter zuckend: "Das ist ein Stadtfest, da laufen wir einfach nur als Dekoration." Nur vereinzelt ließen sich Kinder an seinem Stand nieder. Dabei durfte der Nachwuchs bei ihm Holzschwerter und Schutzschilder bemalen. Sohn Nico erfreute das Publikum mit Riesenseifenblasen. "Das erfordert Konzentration", erklärt der kleine Seifenblasenkünstler und erklärt: "Wenn man zu stürmisch los haut, dann platzen sie gleich."

Wer der Mittelaltermarkt hinter sich ließ und Richtung Altmarkt lief, durchquerte eine echte Schlemmermeile. Egal, ob frisches Brot, Fischsemmeln, Langos, Kaffeespezialitäten oder Süßkram - es gab scheinbar nichts, was es nicht gab. Auf dem Neumarkt selbst fiel der Nachbau des Rathauses der Partnerstadt Kadan ins Auge. Direkt daneben duftete es nach leckerem Gebäck. Lenka Herinkova und Dana Hamakova fertigten am laufenden Band Trdelnik - auch Baumstriezel genannt - und überbrachten damit Grüße aus Böhmen. Dabei wird süßer Teig dünn um eine Holzrolle gedreht. Dieser wird im Anschluss daran gebacken und zum Schluss durch Zucker und Zimt oder Zucker und Nüssen gewalzt. Staunende und interessierte Blicke gab es auch am Stand der Schmiederei Müller aus Alberoda. Schmied Michael Müller hatte ein Koksfeuer angeheizt und zeigte, wie hart früher Schmiedearbeiten waren. "Viele wissen ja gar nichts mehr über unser Gewerke." Mit gezielten Schlägen formte er eine sogenannte Bauklammer, wie sie in der Zimmerei verwendet wird.

Wem der Marsch durchs Festgelände zu anstrengend wurde, der konnte es sich vor einer der Bühnen im Stadtgarten, am Altmarkt oder im Festzelt bequem machen. Doch auch da viel die Wahl schwer, denn ein umfangreiches Kultur- und Musikprogramm sowie Showeinlagen rundeten das Festangebot ab.

 
erschienen am 15.07.2012 ( Von Katja Lippmann-Wagner )
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