Auch sie hätten mehr Zuschauer verdient gehabt: die Mädels und Jungs, die mit einer Olsenbande-Choreografie bei der Gala von "Dance 2 help" im Kulturhaus Aue begeisterten.
Foto: Lars Rosenkranz
Bei manchem Spender rinnt der Schweiß
Aktionstag "Dance 2 help" für gute Zwecke hatte Licht und Schatten
Aue/Schneeberg. Zwei proppenvolle Kurssäle im Vereinsdomizil am Keilbergring haben Katja Rei-ther, Leiterin des Schneeberger Tanzprojekts "Keen On Rhythm" (KOR), am Samstagvormittag ein Lächeln ins Gesicht gezaubert. "Damit hätte ich nicht gerechnet. Das ist toll. Viele Leute sind spontan gekommen", sagte sie. Mit Zumba-Kursen samt Choreografien zu Latino-Rhythmen und internationaler Musik startete der Aktionstag "Dance 2 help" in eine weitere Runde.
Die Idee hinterm Konzept: Jedermann kann für gemeinnützige Zwecke spenden - entweder einfach so oder mit fünf Euro pro Nase für einen Tanzkurs. In letzterem Fall floss der Schweiß in Strömen. Genau das hatte zum Beispiel Beate Voland erwartet. "Ich tue seit Jahren sportlich kaum etwas für mich und bekenne jetzt Farbe", so die Auerin schmunzelnd. Seit langer Zeit will sie mit Freundinnen einen Zumba-Kurs beginnen. "Da ich selbstständig und sehr eingespannt bin, fand ich immer eine Ausrede." Am Samstag nutzte sie den Aktionstag, um den inneren Schweinehund zu überwinden. In der kurzen Pause des einstündigen Kurses tankte sie sichtlich erschöpft neue Kraft, war aber bestens gelaunt. "Es bereitet mir viel Spaß. Ich brauche nur andere Schuhe, was heißt: Ich bleibe dabei und mache weiter", sagte Beate Voland.
Vor der Spiegelwand verfolgten auch Romy Flöter und Marie-Luise Enderlein ihre Bewegungen genau. Romys Mutter Kerstin hatte die Handballerinnen zum Zumba-Kurs überredet. "Ich glaube, wir wirken etwas steif. Die Schrittfolgen sind ganz schön schwer - vor allem in diesem Tempo", so die jungen Frauen, die ihre Tanzpremiere dennoch genossen. "Zumal die Aktion einer guten Sache dient."
Voriges Jahr noch Teilnehmerin, wirkte Evelyn Puschmann aus Lauter diesmal auf der anderen Seite mit und gab in Schneeberg einen Kurs im Line Dance. In dem Sport ist sie amtierende deutsche Meisterin. "Ich gehe es Schritt für Schritt an, damit die Leute gut mitkommen. In einer Stunde kriegen wir sicher eine schöne Choreografie hin." Line Dance strenge körperlich und geistig an. "Man muss sich viel merken und sehr konzentrieren." Schön findet die Lautererin, dass das Geld in der Region bleibt. Diesmal profitieren Hospizdienste in Erlabrunn und Bad Schlema sowie die Auer Brünlasbergschule für behinderte Kinder und Jugendliche vom Erlös. Evelyn Puschmann investierte einen kompletten Tag. Neben dem Vormittagskurs in Schneeberg - ihm folgte ein weiterer mit Katja Reither im Hip-Hop-Stil - stand sie auch abends bei der Benefizgala im Kulturhaus in Aue mit auf der Bühne.
Wie weitere Künstler, die ohne Gage auftraten. Etwa die T.A.C.- Showtänzerinnen, Moderator Steffen Kindt, KOR-Gruppen und die Schwarzenberger Sportakrobaten. "Die Gala wurde von allen, die da waren, sehr gelobt", so Reither. Leider sei der Saal nur zu einem Drittel gefüllt gewesen. "Woran das liegt, weiß ich nicht. Es ist schade. Denn alle gaben ihr Bestes." Trotzdem kamen durch alle Kurse - auch in den Fitnessstudios "Reef Paloo" in Schwarzenberg und "Apollo" in Lößnitz - sowie Einzelspenden und die Gala rund 6000 Euro zusammen.


