Rot und blau beim Wurzelrudi: Die Schul-T-Shirts für Mädchen und Jungen der Eibenstocker Grundschule werden gern getragen.
Foto: Lars Rosenkranz
Bis auf Widerruf: Eibenstock hält an Schulkleidung fest
Kinder und Eltern nehmen das Ganze gut an
Eibenstock. An der Grundschule in Eibenstock gilt für die Mädchen und Jungen auch in Zukunft die Pflicht zum Tragen einheitlicher Kleidung. Nach einer Probephase von reichlich drei Jahren fasste der Stadtrat jetzt mehrheitlich den Beschluss, das Projekt bis auf Widerruf unbefristet fortzusetzen.
Eltern äußern sich positiv
2009 hatten die Bürgervertreter der Bergstadt nach langen, teils heißen Diskussionen sowie einer Elternbefragung entschieden, das Ganze ab 1. Januar 2010 durchzuziehen. Eltern, die sich partout nicht mit dem "uniformen" Auftritt der Kinder abfinden wollen, wurde indes eine Hintertür offengelassen: Sie können ihre Sprösslinge per Antrag an die Schulleitung von der Kleidungsvorschrift befreien lassen. Zudem einigten sich die Räte damals darauf, das Vorhaben zunächst als Pilotprojekt zu starten. Dieses ist nun abgeschlossen - und zwar laut Schulleiterin Ulrike Viertel erfolgreich.
"Ich habe noch nie eine total negative Meinung gehört", sagte Viertel. Positive Aussagen kamen ihr dagegen schon oft zu Ohren. So seien Eltern froh, dass es morgens weniger Diskussionen darüber gebe, was die Kinder anziehen. "Auch die Qualität der Kleidung und die moderaten Preise für Zukaufsachen werden gelobt." Außerdem zeigten sich Mütter und Väter erstaunt, dass die Kommune den Abc-Schützen eine Grundausstattung schenkt. Zu diesem Starterpaket gehören ein T-Shirt, ein Poloshirt, ein Sweatshirt, eine Fleece-Jacke, eine Strickmütze und ein Basecap. Natürlich gebe es immer wieder viele Fragen, so Ulrike Viertel. Daher werden angehende Erstklässler und deren Eltern während des Tags der offenen Tür sowie im Gespräch an die Schulkleidung herangeführt. Befreiungsanträge gebe es keine. "Die meisten unserer Kinder tragen die Sachen gern."
Auf Druck wird verzichtet
Auf "brachialen Druck" baut Ulrike Viertel beim Umsetzen der Vorschrift übrigens nicht, vielmehr auf Freiwilligkeit. Einträge oder Verbote zögen doch eher Ablehnung nach sich. Insofern sehen Leiterin und Lehrer zum Beispiel durchaus darüber hinweg, wenn Schüler im Sommer mal etwas Luftigeres anziehen.
Neben dem Stärken des Gemeinschaftsgefühls war einer der Leitgedanken des Projekts das Senken des auf den Mädchen und Jungen lastenden Markendrucks. Der ist nach Viertels Worten in ihrem Haus indes deutlich geringer als an der Mittelschule. Deshalb bedauert sie es, dass sich da die einheitliche Kleidung nicht durchsetzen ließ. Das sieht Bürgermeister Uwe Staab genauso. Aber aufgrund des Alters der Mädchen und Jungen sei es ungleich schwieriger, dergleichen an der Mittelschule zur Pflicht zu erheben. "Dort gilt daher eine rein freiwillige Basis, um zum Beispiel bei Veranstaltungen und Sportwettkämpfen nach außen einheitlich aufzutreten", erklärte Staab.
Sosa bleibt vorerst außen vor
Die Ausgaben der Stadt für die Starterpakete werden sich laut Bürgermeister je nach Zahl der Schulanfänger zwischen 1300 und 1800 Euro pro Jahr einpegeln. "Es wird uns also nicht an den Rand des Ruins bringen." Im Ortsteil Sosa hält sich die Bereitschaft, an der Grundschule einheitliche Kleidung einzuführen, übrigens in Grenzen. Das ergab eine Umfrage. "Und wir wollen es auch nicht mit der Brechstange versuchen", so Staab. Sosas Ortsvorsteher Oliver Ternick hält das Projekt für eine gute Sache. "Aber wir sind halt sehr eigenwillig", erklärte er mit einem Augenzwinkern.


16:21 Uhr
ez70: "Blaumausi": Und zwar zuerst immer in den Köpfen der Reichen... ""
Ich habe den Eindruck, dass Sie gerade eben ebenfalls diskriminierend auftreten. So wie Sie den "Reichen (haha)" unterstellen, materiell weniger gut gestellten Menschen Eigenschaften zuzuordnen, machen Sie mit Ihren Aussagen nichts anderes, nur umgekehrt.
16:09 Uhr
frmueller: mittlerweile sind doch auch andere dinge mehr und mehr zum statussymbol geworden. ich sag nur iPhone, iPad, iPod.....
15:04 Uhr
Blaumausi: Stimmt - soziale Diskriminierung beginnt im Kopf.
Und zwar zuerst immer in den Köpfen der Reichen - bei Eltern und Kindern gleichermaßen.
Aber ausbaden müssen es die ärmeren Kinder, die sich auf Schulhöfen verhöhnen, ausgrenzen und manchmal sogar dafür verprügeln lassen müssen, wenn sie bei dem geisteskranken Markenwahn nicht mitmachen können.
13:17 Uhr
oOSilenceOo: Soziale Diskriminierung beginnt im Kopf, bei Kindern auch oft seitens des Elternhauses und nicht anhand der Kleidung!
13:00 Uhr
ez70: Warum sollte man nicht auch mit der Kleidung die man trägt seine persönliche Note ausdrücken dürfen? Deshalb wird doch niemand ausgegrenzt bzw. diskrimminiert! Ich lege persönlich auch Wert darauf die mir gefallende Kleidung tragen zu können. Und die tatsächlichen Charaktereigenschaften kommen eh unabhängig von dem Fummel den man trägt zum Vorschein.