Bürgerzentrum gerät erneut in Kritik
Arbeiten in der neuen Gemeinbedarfseinrichtung gehen zügig voran
Lößnitz. Der Umbau der ehemaligen Lößnitzer Dampfbrauerei "Georg Schwartz" zur Gemeinbedarfseinrichtung der Stadt geht weiter. Die Bürgervertreter gaben jetzt - bei einer Enthaltung - grünes Licht für den Einbau eines Treppenlifts für rund 10.900 Euro.
Eine Firma aus Bielefeld erhielt per Ratsbeschluss den Zuschlag. Sie war eine von drei Bietern. Der Treppenlift wird benötigt, um im historischen Gebäude Barrierefreiheit zu erreichen. Denn künftig sollen auch Rollstuhlfahrer und andere auf einen Fahrstuhl angewiesene Besucher die Ausstellungsräume im ersten Obergeschoss problemlos erreichen können. Die Räume wird der Schnitz- und Bergverein Lößnitz nutzen, der sein derzeitiges Domizil im Bürgerhaus räumt. "Diese Zimmer, die dann frei werden, wollen wir für die dringend notwendige Erweiterung der Bibliothek nutzen", so Bürgermeister Gotthard Troll.
Der erste Mieter, die Neuwürschnitzer Fleisch- und Wurstwaren AG, zog bereits Ende November in die Gemeinbedarfseinrichtung ein und eröffnete eine Filiale. Geplant ist, die Sanierung des Gebäudes am Niedergraben bis Mai abzuschließen. Zum Schluss kommen die Räume für die Erlebnisbrauerei im Keller an die Reihe. Ob und wann sich ein entsprechender Verein gründet, steht aber nach wie vor in den Sternen.
"Ich habe bisher noch kein Konzept vorgelegt bekommen. Es gibt keinen Brauereiverein und keine Erlebnisbrauerei. Dafür wird eine Gemeinbedarfseinrichtung nun privat genutzt", mahnte Stadtrat Hans Mühlberg (SPD) an. "Die Erlebnisbrauerei war eine charmante Idee. Doch ohne ihre Verwirklichung ist die ganze Planung nicht das Papier wert, auf dem es steht", schlug Klaus Kaufmann (Die Linke) in die gleiche Kerbe.
Bürgermeister Gotthard Troll betonte, dass es vor allem wichtig sei, das historische Anwesen als unwiederbringliches Kulturgut zu erhalten. "Wir wollen ein besonderes Ziel für Gäste unserer Stadt schaffen, das vom großen Parkplatz aus gut zu erreichen ist, sowie unseren Schnitz- und Bergverein, der immerhin der älteste in Sachsen ist, bekannter machen." Christina Neubert (Förderverein Kiga, Schule, Hort Affalter) ärgerte sich über die immer wieder neue Kritik am Projekt. "Ich erhalte positive Reaktionen aus der Bevölkerung. Die Akzeptanz ist groß", sagte sie. Das stieß bei den Skeptikern auf kein Verständnis, da sie offenbar gegenteilige Erfahrungen gemacht haben.
Trotz allem Für und Wider: Das Vorhaben wird umgesetzt. Im Plan sind 1,4 Millionen Euro vorgesehen, wobei die Stadt 449.000 Euro aufbringen will. Der Rest wird über Fördermittel finanziert.


