Der Zirkus Afrika macht auf dem Gelände der ehemaligen Kaserne in Schneeberg Station. Auch Elefanten gehören zum Tierbestand.
Foto: Lars Rosenkranz
Elefanten finden in früherer Jägerkaserne Unterschlupf
Zirkus Afrika überwintert in der Stadt - Direktor scheut Öffentlichkeit
Schneeberg. Fuchs und Hase rund um Schneeberg dürften dieser Tage des Öfteren überrascht gewesen sein. Denn waschechten Elefanten begegnet man in erzgebirgischen Winterwäldern eher selten. Doch seit 10. Januar und voraussichtlich noch bis 28. Februar hat der Zirkus Afrika sein Quartier in der ehemaligen Jägerkaserne in Wolfgangmaßen aufgeschlagen. Und in dieser Zeit werden Ghandi und die anderen Dickhäuter immer wieder mal Gassi geführt.
Endloser Streit in Meerane
Damit scheint für den Zirkus um dessen Chef Harry Weisheit der Winter nach einem verkorksten Beginn doch noch harmonisch zu werden. Ursprünglich wollte das Unternehmen die kalte Jahreszeit in Meerane verbringen. Doch nach tagelangem Hickhack zwischen Stadt und Zirkus mussten die Tiere am 16. Dezember abrücken. Weisheit hatte geschummelt und seinem Vermieter Elefanten, Pferde, Kamele und Co. verschwiegen.
Auch gegenüber den dortigen Stadtwerken hatte es der Zirkus mit seinen Angaben nicht so genau genommen. Die Firma drehte deshalb kurzzeitig den Saft ab. Später schaltete sie den Strom aus Kulanz wieder an. Mit dem Wasserversorger gab es in ähnlicher Form Ärger. Aus all diesen Gründen wollte die Stadt Meerane den Zirkus samt Tieren möglichst schnell wieder loswerden. Und bekam sowohl vor dem Chemnitzer Verwaltungsgericht als auch vor dem Oberverwaltungsgericht in Bautzen Recht.
In Schneeberg scheint dagegen alles rund zu laufen. Am 12. Januar hatten der Amtstierarzt des Erzgebirgskreises und das Ordnungsamt der Bergstadt den Zirkus auf dem Kasernengelände besucht. Es gab keinerlei Beanstandungen. Und daran hat sich offenbar nichts geändert. "Uns sind keine Probleme bekannt", sagte am Donnerstag Schneebergs Hauptamtsleiter Uwe Markert. Auch Kaserneneigentümer Gustav Struck ist voll des Lobs. "Wir haben überhaupt keine Probleme", so der bayerische Geschäftsmann. "Ich war vor Ort und schaute mir alles an. Auch die Tiere sind gut untergebracht."
Direktor gibt sich zugeknöpft
Aber trotz aller guten Worte traut Harry Weisheit dem Frieden offenbar nicht. Denn bei Nachfragen gibt sich der Zirkus-Chef äußerst zugeknöpft. Ein vereinbarter Besuch auf dem Kasernengelände in Wolfgangmaßen hat der Direktor am Donnerstag quasi in letzter Minute abgesagt. "Wir wollen das auf keinen Fall", so Weisheit. Offenbar stecken ihm die Geschehnisse in Meerane immer noch in den Knochen. Darüber hinaus war der Zirkus wegen entlaufener Tiere, unbezahlter Rechnungen und anderen Dingen schon häufig in den Schlagzeilen. (mit upa)


