Thomas Lohse Rosemarie Pfau (79) aus Aue hat an Thomas Lohse geglaubt und ihm den Weg in die Welt der Musik eröffnet. Beim Konzert am Donnerstagabend im Kulturhaus Aue gab es ein bewegendes Wiedersehen.

Foto: Felix Matuschek

Er fühlt, was er spielt

"Supertalent"-Teilnehmer Thomas Lohse versprüht Herzlichkeit bei Konzert in Aue

Aue. Aue. Es ist warm im kleinen Saal des Kulturhauses in Aue. Drei Streicher nehmen Donnerstagabend auf der Bühne Platz. Etwa 200 Gäste blicken erwartungsvoll nach vorn. Doch Thomas Lohse kommt durch die große Saaltür, läuft quer durchs Publikum, nimmt förmlich Anlauf und strahlt übers ganze Gesicht.

Der junge Mann ist aufgeregt. Nervös reibt er sich die Hände, nimmt Platz am schwarzen Flügel und greift gefühlvoll in die Tasten. Seine Mutter Christina sitzt in der hintersten Reihe, ihre Ohren glühen, die Eintrittskarte in ihrer Hand zittert - ihr Thomas gibt ein Konzert in Aue. Ihr Mann kann leider nicht dabei sein, er muss arbeiten.

Thomas Lohse hat sich durchgeboxt ohne Handschuhe, sondern mit Fingerspitzengefühl und vor allem Fleiß. Er hat den Sprung geschafft - von der Förderschule ans Robert-Schumann-Konservatorium in Zwickau und dann auf die RTL-Bühne des "Supertalents". Jetzt ist er dort, wo er bereits als kleiner Junge hin wollte: Im Reich der Musik. "Gleich in einer der ersten Stunden sagte er mal zu mir: ,Frau Pfau, ich will Pianist werden'", erinnert sich Rosemarie Pfau aus Aue. Sie hat den kleinen "Sonderling" unterrichtet. Hat als Akkordeonlehrerin ihm den Wunsch erfüllt und ihm das Keyboardspiel erklärt. Spielerisch hat sie ihm die Töne vermittelt. Nach dem ersten Teil des Konzerts am Donnerstagabend ist sie "sprachlos", wie sie sagt. "Es ist unglaublich, wie er sich entwickelt hat", sagt sie.

Der 27-Jährige braucht keine Noten. Zwar hat er zwei, drei Partituren auf dem Pult liegen, doch sein Blick streift das Papier kaum. Höchstens, um den drei Streichern, die erstmals mit ihm spielen und einige seiner Stücke untermalen, die Einsätze zu geben. Nach drei gefühlvollen Interpretationen tritt er ans Mikrofon, begrüßt die Zuhörer. Selbst noch unsicher, versucht er dennoch locker zu wirken. Er strahlt und schwitzt und versprüht Herzlichkeit. Wenn er die schwarzen und weißen Tasten berührt, betritt er seine Welt. Er fühlt, was er spielt. Und wie er spielt, so fühlt er. Thomas Lohse hat eine ganz eigene Art der Interpretation der Musik. Bei ihm fließen die Stücke mitunter sanft ineinander, hört man Themen bekannter Hits heraus, aber keine Kopien der Stücke. Zwei selbst komponierte Melodien stellt er vor: "My friend", gewidmet seinem Freund Richard Claydermann, und "Für Lena", eine gute Bekannte, wie es heißt.

Christa Richter, Lehrerin an der Albert-Schweitzer-Schule, wo Thomas einst gelernt hat, zollt dem jungen Mann höchsten Respekt: "Er hat sogar ,Frieden ist Leben' gespielt, ein Stück, das Schulleiterin Ulrike Jähn geschrieben hat", freut sie sich. Auch Martin Lange hat sich Zeit genommen, um den jungen Mann zu hören. Lange ist selbst Musiker, bei der Erzgebirgischen Philharmonie. Er sagt: "Der Junge hat seine ganz eigene Art, und die kommt an bei den Leuten, das ist entscheidend. Enorm, was er gepackt hat."

Für Toni Günther aus Bad Schlema war das Konzert ein Geburtstagsständchen. Er feierte am Donnerstag seinen 18. Geburtstag und war mit seiner Freundin Julia Krämer (15) und deren Schwester Nadja (11) im Konzert. "Wir kennen Thomas schon länger, aber durch die Fernsehshow sind wir echte Fans von ihm geworden. Er spielt einfach wundervoll", sind sich die drei einig.

 
erschienen am 10.06.2011 ( Von Beate Kindt-Matuschek )
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
Kommentare
2
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  • 13.10.2011
    04:45 Uhr

    stor: Lieber Thomas. Erst einmal beglückwünsche ich dich ganz herzlich zu deinen Erfolg. Erst kürzlich habe ich dich im Fernsehn gesehen.Du bist einfach Spitze. Was den Beitrag von stei angeht, kann ich ihm nur vollkommen zustimmen. Ich setze sogar noch eins drauf. Dein Konzert an der Albert-Schweitzer Schule war sowas von geil, einfach der Hammer. Ich frage mich warum man nicht darüber berichtet hat. Thomas. Daran wird deutlich, dass du im Erzgebirge nicht wirklich ernst genommen wirst.Ich rate dir auch, keine musikalischen Konzerte mehr in Aue zu machen. Du bist einfach zu wertvoll für so eine Stadt. Das hast du nicht nötig. Du kannst verdamt stolz auf dich sein für das was du erreicht hast. Mir ist zu Ohren gekommen dass du nächstes Jahr mit deiner Lena einen neuen Lebensabschnitt beginnen willst. Dazu meine herzlichsten Glückwünsche.Mach weiter so und denke daran, mach dein Ding ohne Aue.
    Es grüßt dich ganz herzlich
    dein größter Fan
    ich freu mich schon auf das Konzert in Zwickau am 28.03.12
    bis bald

    0 0
     
  • 12.10.2011
    18:58 Uhr

    stei: Dieses Konzert war einfach grandios.Dieses Bild halte ich total für Übertrieben und Unangemessen, weil Thomas mit seiner Leistung selber in der Liveshow gekämpft hat und nicht mit Hilfe von anderen. Auf einmal will jeder etwas von Thomas. Vor der Supertalent Zeit hat sich Aue für Ihn auch nicht interessiert. Ich bin sehr stolz auf Thomas.Er wird seinen Weg gehn. Ich rate dennoch Thomas kein Konzert mehr in Aue zu geben und Aue den Rücken zu wenden. Wie es heißt, will er definitiv keine Konzerte mehr in Aue geben.Ich sage nur, vernünftige Einstellung.
    Ich freue mich für ihn so sehr, dass er sein 2. Album herausbringen wird anfang Dezember 2011.Das zählt und kein Aue. Thomas. Wenn du das lesen solltest, dann solltest du wissen, dass du das wahre Supertalent bist. Geh dein Weg ohne deine angebliche Heimatstadt Aue. Du kommst weiter ohne diese Stadt.
    Viel Glück


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