FCE mischt in Catering-Gesellschaft mit
Neuer Biergarten soll bereits Sonntag eröffnet werden
Aue. Aue. Auf der Wiese vor der Geschäftsstelle des FC Erzgebirge Aue sind diese Woche Bagger im Einsatz gewesen. Sie waren Vorboten des Biergartens, in dem am kommenden Sonnabend zum Meisterschaftsstart bereits Fans verweilen sollen.
Zuständig für die Anlage, die sich direkt vor der Gaststätte "Stadionblick" befindet, ist laut FCE- Geschäftsführer Michael Voigt eine neue Catering-Gesellschaft, zu deren Gesellschaftern der Club selbst gehört. "So bleibt alles unter Schirmherrschaft des Vereins." Mehr wolle er dazu derzeit nicht sagen.
Klar ist indes, dass es sich um eine Konsequenz aus Voigts Situationsanalyse nach seinem Amtsantritt in Aue handelt. Die hatte ergeben, dass der FCE im Vergleich zu anderen Vereinen am Catering zu wenig verdient. In der Folge war es zu akuten Spannungen zwischen dem Club und seinen aktuellen Partnern im Bereich Zuschauer-Versorgung gekommen. Die haben zwar Verträge, müssen nun aber offenbar mit "vereinseigener" Konkurrenz leben. Entsprechend sauer reagierte beispielsweise Renate Eberlein. "Ich weiß nur, dass vor unserer Tür ein Biergarten gebaut wird, den wir nicht bewirtschaften. Eigentlich unvorstellbar nach 20 Jahren", sagt die Chefin des "Stadionblicks". Das sei eben Marktwirtschaft, ergänzte sie mit sarkastischem Unterton. Ihr Pachtvertrag laufe noch zwei Jahre, aber was nütze das. "Ich weiß nicht, wie es weitergeht. Ich soll halt möglichst raus aus der Gaststätte", so Eberlein, die sich nach eigenen Angaben große Sorgen um die Arbeitsplätze in ihrem Haus macht.
Michael Voigt ficht dergleichen nicht an. Der "Stadionblick" habe ja auch bisher schon mit Konkurrenz im Lößnitztal klarkommen müssen.
Die Idee eines Wertkartensystems für Speisen und Getränke, wie es zum Beispiel in der Allianz-Arena in München praktiziert wird, verfolgt der FC Erzgebirge unterdessen weiter. Zum Saisonauftakt werde es aber noch nicht eingeführt. "Wir warten zunächst einmal auf den Kassencontainer", erklärt Voigt.
Mit diesem Container soll zugleich ein weiteres Problem gelöst werden. Bisher mussten sich auch die Zuschauer, die ihr Ticket im Vorverkauf erworben hatten, beim Einlass mit ins Getümmel an den Kassen stürzen. Dies soll durch eine Trennung von Eingangsbereich und Kassen umgangen werden.
Eine Neuverpflichtung hat der FCE beim Sicherheitsdienst getätigt. Den übernimmt laut Voigt eine Firma aus Limbach-Oberfrohna. "Eine rein wirtschaftliche Entscheidung. Es gibt auch dafür ein Budget, das eingehalten werden muss."
Parallel zum Bau des Biergartens wird im Stadiongelände der Vip- Bereich hinter der Haupttribüne erweitert. Zudem sind laut Pressesprecher Peter Höhne auf der Mitteltribüne Trennmauern abgerissen worden, um einige weitere Sitzplätze unterzubringen. Für das Veilchen-Team wurde ebenfalls etwas getan, etwa im Sanitärbereich der Mannschaftskabine im Geschäftsstellengebäude. Und im früheren Fanshop befindet sich nun ein modernes Besprechungszimmer. Darüber hinaus sollen zum Saisonstart gegen Aachen im Stadion neue Trainer- und Mannschaftsbänke stehen.


