In Lauter leben knapp 5000 Menschen. Oben, ungefähr in der Bildmitte, befindet sich das Wohngebiet Lauter-West.
Foto: Stefan Unger
Kommunaler Eigenbetrieb verhindert ein Fiasko
Turbulentes Jahr 2011 - Glückliches Ende der Geschichte um ein fast pleitegegangenes Wohngebiet
Lauter. Hier oben sagen sich Fuchs und Hase gute Nacht. An dieser Stelle am Waldrand beginnen über den Jägerhäuser Flügel die Wanderrouten zu Conradswiese und Morgenleithe. Nur einen Steinwurf davon entfernt befindet sich das Wohngebiet Lauter-West mit einem fantastischen Ausblick ins Tal. Wer diese Ruhe spürt, glaubt kaum, dass diese Gegend bis vor kurzem noch eine Problemzone war.
Hinter Lauter liegt ein turbulentes Jahr. Im August brannten bei einem Großfeuer eine Firma und eine kommunale Scheune ab, in der die traditionsträchtige Ortspyramide und wertvolle Requisiten für das Vugelbeerfest gelagert waren. Mit einem unglaublichen Kraftakt brachten die Lauterer trotzdem ihr alljährliches Fest über die Bühne.
Aber 2011 bescherte der Stadt auch das glückliche Ende einer Geschichte, in der es um ein fast pleitegegangenes Wohngebiet geht, in dem heute 200 Menschen leben: Lauter-West, vier Hektar, idyllisch am Hang gelegen. 2011 hat die Stadt den Eigenbetrieb aufgelöst, der eigens zur Rettung des Wohngebietes gegründet worden war. Mission erfüllt. "Damit haben wir der Stadt etwas Gutes getan", sagt Bürgermeister Thomas Kunzmann (Freie Wähler) jetzt.
Lange sah es hier oben nach nichts Gutem aus. Private Investoren rückten kurz nach der Wende an, um das Fleckchen zu erschließen, Grundstücke zu verkaufen oder Häuser zu bauen. Doch die Unternehmer übernahmen sich, interessierte Bürger leisteten zwar Anzahlungen, aber die Investoren gingen Pleite, das Gelände blieb Brachland. "Wir hatten die Möglichkeit, uns herauszuhalten oder einzugreifen, um die Bürger vor dem Ruin zu bewahren", erinnert sich der damalige Bürgermeister, Karl-Heinz Richter (CDU). Die Stadt griff ein, gründete mit einer Baufirma eine Arbeitsgemeinschaft, um das Projekt nicht sterben zu lassen.
Doch auch dieser Partner ging Pleite - als einzige vernünftige Möglichkeit blieb der Stadt schließlich die Gründung eines Eigenbetriebes, eine Art letzter Rettungsschirm, der einen Teil der Verbindlichkeiten der Pleite-Firmen übernahm. "Mit ihm haben wir die Verluste minimiert", sind sich Richter und sein Nachfolger einig. Rund 20 Häuser stehen heute an der Stelle. 2011 hat Lauter in dieser Sache vorzeitig einen Kredit abgelöst. Und 200 Menschen, die jetzt in Lauter-West wohnen, an die Stadt gebunden. Mit der Auflösung des Eigenbetriebes spart Lauter außerdem Verwaltungskosten.


