Stadtwerke: Lößnitz prüft und prüft
Seit Monaten denkt man in den Kommune über ein eigenes Energieunternehmen nach - Entscheidung ist nicht in Sicht
Lößnitz. Bis Jahresende hätte sie eigentlich fallen sollen: die Entscheidung, ob Lößnitz ein eigenes Stadtwerk gründet. Doch noch immer liegt kein eindeutiges Ergebnis vor. Seit Monaten prüfen die Lößnitzer nun schon, ob sich dies für die Stadt lohnt oder es besser ist, neue Verträge mit einem Energieversorger abzuschließen. Um diese Frage zu klären, hatte der Lößnitzer Stadtrat bereits im Juni 2010 den Eigenbetrieb Fernwärmeversorgung damit beauftragt, die Wirtschaftlichkeitsprüfung des Vorhabens in die Wege zu leiten. Fachlich wurde und wird die Planung vom Beratungsunternehmen Becker-Büttner-Held betreut. Im September wurde der 4.Verfahrensbrief herauszugeben, um Fragen zu klären und Rechtssicherheit zu erlangen. Anfang November sollte nun endlich Klarheit herrschen. Sollte - doch dem ist nicht so.
"Die Verzögerung ergibt sich aus den Angeboten selbst, die nötige Entscheidungsreife ist noch nicht hergestellt", sagte Kämmerer Steffen Höll auf Nachfrage der "Freien Presse". Nun wird die Entscheidung ins kommende Jahr vertagt. Zur letzten Stadtratssitzung kam das Thema nicht einmal mehr auf die Tagesordnung. Nach Auskunft des Bürgermeisters Gotthard Troll (parteilos) ist nach wie vor noch völlig offen, welchen Weg die Stadt beschreiten wird. Vier Bewerber für neue Konzessionsverträge und zwei Bewerber, die den Weg der Netzkooperation zur eigenen Stadtwerksgründung mitgehen wollen, sind weiter im Boot.
Am 31.Dezember dieses Jahres läuft der vor 20 Jahren geschlossene Konzessionsvertrag für Strom aus. Nun tritt die gesetzliche Regelung in Kraft. Das heißt, der alte Vertrag gilt weiter. "Die Konzessionsabgabe ist nach Energiewirtschaftsgesetz noch ein Jahr länger zu zahlen," erklärte Steffen Höll.


