Beatrice Müller liebt es, mit dünnen Edelstahlfäden zu klöppeln. Dieser faszinierende Kopfschmuck dürfte besonders bei Bräuten beliebt sein. Dafür erhielt die Frohnauerin im Vorjahr einen Ehrenpreis des Welt-Klöppelverbandes
Foto: Lars Rosenkranz
Von Berufs wegen spitze
Zwei Erzgebirgerinnen dürfen erstmals seit 20 Jahren Lehrlinge im Fach Klöppeln ausbilden
Schneeberg. Schneeberg. Egal, was sie in ihrem Beruf tun, es wird spitze. Selbst wenn es nicht hundertprozentig gelingt - es bleibt Spitze, Klöppelspitze. Beatrice Müller und Steffi Schmat haben ihr Hobby zum Beruf gemacht. Das heißt nicht, dass sie in einer Werkstatt klöppeln, was das Zeug hält. Nein, sie lehren andere Frauen und auch ab und zu mal einen Mann das Handwerk. Bisher in zahlreichen Kursen, ab diesem Jahr auch als professionelle Berufsausbilder im Schneeberger Kulturzentrum "Goldne Sonne".
Die beiden Erzgebirgerinnen sind nach eigenem Bekunden zurzeit Deutschlands einzige Berufsausbilderinnen "der Neuzeit" im Klöppeln. Das Diplom für angewandte Kunst und eine pädagogische Ausbildung, die über die Handwerkskammer lief, befähigen sie dazu. Nun dürfen sie im neuen Beruf "Textilgestalter im Handwerk - Fachrichtung Klöppeln" ausbilden. "Der deutsche Klöppelverband hat sich für den Beruf stark gemacht", sagt Volker Schmidt, Geschäftsführer der "Goldnen Sonne" und Mitglied des Klöppelverbands. "Wir haben Ausbilder gebraucht. Und eine Schule und einen Betrieb, in denen Theorie und Praxis gelehrt werden", erläutert Schmidt. Dabei hat die Schneeberger "Goldne Sonne" wohl so gestrahlt, dass sich niemand ihrem Schein entziehen konnte. Das Haus, eines von drei soziokulturellen Zentren im Kulturraum Erzgebirge-Mittelsachsen, wurde als Ausbildungsbetrieb auserkoren, das Berufsbildungszentrum für Gestaltung in Plauen als Schule.


