So, aber viel größer soll er aussehen: Siegfried Ott vor dem Original an der Grenzlandbaude, dem der Riesen-Bogen nachempfunden wird.
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Bergstadt bekommt den größten Schwibbogen der Welt
Unternehmer Siegfried Ott möchte seiner Heimatstadt Danke sagen
Johanngeorgenstadt. Eigentlich wollte Siegfried Ott um diese Zeit in Afrika sein, auf Safari in Tansania. Aber er hat seinen Urlaub sausen lassen. "Es ist noch so viel zu organisieren, damit unser Schwibbogen pünktlich am zweiten Advent eingeweiht werden kann", sagt der 68-Jährige. Der Lichterbogen soll der größte der Welt werden und Johanngeorgenstadt einen Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde einbringen: 25 Meter breit und 12,5 Meter hoch - ohne Kerzen. Fast 700 Tonnen Stahlbeton sind für das Fundament und den Hinterbau nötig, die den Giganten halten sollen. Der Schwibbogen selbst wird aus etwa 15 Tonnen Edelstahl bestehen.
Mit Edelstahl kennt Siegfried Ott sich aus. Er ist Inhaber der ATJ Autotechnik GmbH, die für ihre unter dem Markennamen Fox vertriebenen Auspuffsysteme bekannt ist. Die Johanngeorgenstädter Firma produziert 1500 verschiedene Auspufftypen und hat 70 Mitarbeiter. In diesem Jahr feiert sie ihr 20-jähriges Bestehen. "Ich habe Glück gehabt", sagt der Firmengründer. "Für uns ging es bergauf. Nun möchte ich meiner Belegschaft und meiner Heimatstadt Danke sagen." Zwischen 130.000 und 150.000 Euro wird der Schwibbogen die Firma kosten.
Auf diesem Grundstück am Platz des Bergmanns soll der Lichterbogen hin.
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Siegfried Ott hat in den vergangenen Jahren schon Vereine der Bergstadt finanziell unterstützt. Dank seiner Hilfe konnten die Stadtkirche ein neues Beschallungssystem und der Friedhof eine neue Treppe bekommen. Für sein Engagement wurde er dieses Jahr mit dem Ehrenpreis der Stadt ausgezeichnet. Nun will er mit dem Rekord-Schwibbogen noch eins draufsetzen. Wenn er auswärts auf seine Stadt angesprochen werde, sagt Ott, gehe es um die finanziellen Probleme der Kommune oder darum, dass mutmaßliche Unterstützer der rechten Terrorgruppe NSU aus Johanngeorgenstadt stammen sollen. Diesem Negativ-Image will der Unternehmer positive Schlagzeilen entgegensetzen. "Und ich will etwas Bleibendes schaffen", erklärt er. "Meine Enkel sollen sagen können: Diesen Schwibbogen hat mein Opa bauen lassen."
Doch warum soll es ausgerechnet ein Lichterbogen sein? Weil Johann'stadt die Stadt des Schwibbogens ist! "Der älteste bekannte Bogen wurde hier 1740 gebaut", weiß der Heimatforscher Frank Teller. "Anderswo waren Schwibbögen völlig unbekannt. Erst seit den 1930er-Jahren fanden sie Verbreitung." Frank Teller und sein Bruder Harald haben Siegfried Ott mit Hintergrundinformationen für sein Vorhaben unterstützt. "Der Sig hätte sein Geld für ein dickes Auto oder eine Yacht ausgeben können", sagt Harald Teller. "Das hat er nicht gemacht, weil er einer von hier geblieben ist."

