Schnelles Internet ist flächendeckend geplant

97 Prozent der Haushalte sollen in den nächsten beiden Jahren in Genuss einer Breitband-Internetversorgung kommen

Marienberg/Pobershau. Mit rund 740.000 Euro wird der Ausbau der Breitbandversorgung in der Gemeinde Pobershau einschließlich der Ortslage Hinterer Grund, Gebirge, Gelobtland, Hüttengrund, Kühnhaide, Lauterbach, Niederlauterstein, Reitzenhain, Rübenau und Satzung gefördert. Dabei handelt es sich laut Landratsamt um Gelder aus dem Bundesprogramm Gemeinschaftsaufgabe Agrar- und Küstenschutz sowie um Mittel vom Freistaat. Die Förderung beträgt 90 Prozent, sagte der Beigeordnete für Stadtentwicklung und Ordnung, André Heinrich, zur jüngsten Sitzung des Technischen Ausschusses.

Mit dem Geld soll die Wirtschaftlichkeitslücke gefüllt werden. Die entsteht für den Anbieter zwischen seinen Investitionen und den zu erwartenden Einnahmen von den Kunden. Zwei Anbieter hatten sich an der europaweiten, technologieneutralen Ausschreibung beteiligt: die Telekom und die KM 3 Teledienst GmbH aus Grünhain-Beierfeld. Technologisch neutral deshalb, weil sich damit Anbieter aus allen technischen Richtungen bewerben konnten. Mit Beginn der Ausschreibung stand also noch nicht fest, ob das Breitbandinternet künftig per Funk, Kabel oder lokalem, drahtlosen Netzwerk (W-Lan) in die unterversorgten Gebiete kommt.

Während das erzgebirgische Unternehmen für alle ausgeschriebenen Ortsteile Angebote abgegeben hat, hatte die Telekom das Hirtsteingebiet außen vor gelassen, erläuterte Uwe Hofmann von der Chemnitzer Firma Tele-Kabel-Ingenieursgesellschaft Chemnitz. Diese begleitet die Stadt bei diesem Thema. Das Ziel sei aber eine flächendeckende Versorgung, und gerade im Hirtsteingebiet bestehe der größte Bedarf. Hofmann stellte zudem diverse technische Parameter vor, bei denen die Telekom schlechter als der erzgebirgische Kabelnetzbetreiber abschnitt: Dieser verfüge beispielsweise über eine größere Bandbreite und es könnten große Datenmengen transportiert werden. Man habe sich entschlossen, sich nur auf diesen Anbieter zu konzentrieren.

Die Auftragsvergabe steht am 12. Dezember auf der Tagesordnung des Stadtrates. Wie die Fördermittel auf die beiden Jahre aufgeteilt werden und mit welchem Ortsteil begonnen wird, sei noch zu klären, so Uwe Hofmann: "Vielleicht dort, wo derzeit die schlechteste Versorgung herrscht." Also am Hirtstein. Dorthin müsse eine Richtfunkstrecke aufgebaut werden, es sei kein Tiefbau nötig. Im Umkehrschluss werde es wohl dort am längsten dauern, wo Tiefbauarbeiten erledigt werden müssen. Er sei optimistisch, dass bis Mitte 2012 der größte Druck gelindert sei, meinte er auch mit Blick auf Gewerbetreibende, die große Datenmengen zu übertragen hätten.

Mit einem künftigen Anbieter werde ein Versorgungsvertrag über sieben Jahre geschlossen, erläuterte Hofmann. Dieser müsse während dieser Zeit die Bandbreite von 100 Megabit pro Sekunde und den Betrieb selbst gewährleisten. Hofmann zeigte sich zufrieden mit dem Verfahren: "Hier wird eines der fortschrittlichsten Netze im Erzgebirge gebaut." Auch, dass während zwei Jahren gebaut werden soll, bewertete er positiv - vor allem bezüglich der Tiefbauarbeiten: Die seien, zu Jahresbeginn vergeben, günstiger als im fortschreitenden Jahr. Und mit Blick auf den Anbieter aus dem Erzgebirge: "Das Geld bleibt in der Region." Das meinte auch Oberbürgermeister Thomas Wittig (Mandat CDU). "Die Lösung kann sich technologisch und finanzwirtschaftlich sehen lassen", sagte er.

Die Ortsteile werden fast alle kabelgebunden erschlossen, erläuterte André Heinrich auf Nachfrage. Das trifft nicht auf Rübenau zu: Dort geschehe das zum Teil per Kabel und zum Teil per W-Lan. In Richtung Hirtstein wird eine Richtfunkstrecke eingerichtet, die Verteilung an die Haushalte erfolge dann aber wieder kabelgebunden. Der künftige Anbieter müsse neben dem Errichten von Richtfunkstrecken auch Kabelzuführungen verlegen und die technischen Voraussetzungen schaffen, um 100 Megabit pro Sekunde übertragen zu können.

Für den Pobershauer Ortsteil Rittersberg gibt es unterdessen eine ganz eigene Lösung. Dieser ist schon über eine Funklösung erschlossen worden, die ein großes Mobilfunkunternehmen vorgenommen hat. Nachdem es zu diesem Thema bereits eine öffentliche Zusammenkunft gegeben hat, soll am 6. Dezember, 19 Uhr, in der Galerie "Die Hütte" eine weitere folgen, sagt Bürgermeister Michael Ost.

 
erschienen am 30.11.2011 ( Von Babette Zaumseil )
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
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