Christiane Kalbreier (links) und Sarah Kanzler (rechts) bereiten einen Spieleabend in der Strobel-Mühle vor. Manuela Wieser, die beim CVJM in der Strobel-Mühle ihr Freiwilliges Soziales Jahr absolviert, hilft ihnen.
Foto: Jan Görner
Sport und Gottesdienst zum Geburtstag
Rund 11.500 Übernachtungen und mehrere Tausend Tagesgäste im christlichen Freizeitheim
Pockau. Der Januar bedeutet für die Mitarbeiter, die jungen Leute im Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) und die Ehrenamtlichen der Strobel-Mühle etwas Entspannung. Weihnachten ist vorbei, die Hauptsaison der Klassenfahrten beginnt erst mit dem Frühling. Dennoch haben Hausleiter Heiko Schalling und sein Team viel zu tun: Dieses Jahr wird der 15. Geburtstag des Vereins gefeiert.
1998 hatte das christliche Freizeitheim im Wald zwischen Pockau und Niederlauterstein seinen Betrieb aufgenommen. Ein Jahr zuvor, im Juni 1997, wurde der Verein CVJM Strobel-Mühle Pockautal gegründet, der heute mehr als 100 Mitglieder hat. "Das feiern wir am Wochenende des 30. Juni und 1. Juli", kündigt Heiko Schalling an. Am Sonnabend steht das Beachvolleyball-Turnier an, abends zeigen bei "Krach am Bach" Musikbands, was sie draufhaben. Für den Sonntag ist ein Familiengottesdienst geplant.
Mit dem zurückliegenden Jahr ist der Hausleiter "nicht unzufrieden". Dennoch sei es nicht das beste Jahr der Strobel-Mühle gewesen. Rund 11.500 Übernachtungen wurden in dem Freizeitheim gezählt, das über 83 Betten verfügt. Es sind vor allem Klassenfahrten und christliche Kinder- und Jugendfreizeiten, die junge Menschen ins Pockautal locken. Die Strobel-Mühle ist damit auch ein großer Gewinn für die gesamte Gemeinde. Was die beiden Hotels im Ort zusammen an Übernachtungsgästen haben, hat die Strobel-Mühle allein, bestätigt Rita Bach von der Pockauer Tourist-Information.
Als "Supertrumpf" bezeichnet Heiko Schalling dabei die Kletterhalle, die 2009 auf dem Gelände eröffnet wurde. Allein im vergangenen Jahr kamen 9000 Kletterbegeisterte. "Wir können uns nicht mit Kletterhallen in großen Städten vergleichen. Aber unsere Halle ist gut ausgelastet. Sie trägt sich", so der Hausleiter. Der Erzieher weiß: "Mit Liedern auf der Gitarre am Lagerfeuer locken wir keinen Jugendlichen mehr an. Die wollen etwas Außergewöhnliches." Dabei ist das Team der Strobel-Mühle nicht uneigennützig. "Wenn wir die Kinder beschäftigen, beschäftigen sie uns nicht."
Obgleich die vier Mitarbeiter in erster Linie für das Haus zuständig sind, bilden die Übernachtungen nur ein Standbein der Strobel-Mühle. Das andere sind Veranstaltungen wie Gottesdienste und Seminare, zum Beispiel zur Erlebnispädagogik. Rund 3000 Tagesgäste zählte die Strobel-Mühle 2011. "Sehr gut gelaufen ist das Adventskalenderprogramm", sagt Heiko Schalling. Insgesamt erlebten knapp 1100 Kinder an zwölf Tagen im Advent eine etwas andere Weihnachtsfeier. "Jeden Tag zwei Veranstaltungen, jeweils zweieinhalb Stunden. Das war ein Marathon", räumt der 45-Jährige ein, der dabei unter anderem auf seine Mitarbeiter im Freiwilligen Sozialen Jahr zählen kann. Die beiden für dieses Jahr sind Extoten: Manuela Wieser kommt aus der Schweiz, Silas Braun aus Paraguay. "Das bereichert unheimlich", sagt Heiko Schalling. Bisher konnte der Leiter des Hauses diese Stellen noch über das FSJ besetzen. Für den nächsten Jahrgang ab September schließt Schalling nicht aus, Mitarbeiter über den Bundesfreiwilligendienst einzustellen.
Den richtigen Riecher hatte das Team der Strobel-Mühle mit den Männerabenden. Die fanden 2011 erstmals statt und lockten auf Anhieb je 150 Interessenten nach Pockau. "Man muss auch mal Dinge ausprobieren", sagt Heiko Schalling. Die Fortsetzung ist für 2. März geplant. Am 21. April steht wieder der Jungschar-Aktionstag für 10- bis 14-Jährige auf dem Programm.
In das neue Jahr startet in der Strobel-Mühle diese Woche mit dem Line-Dance-Wochenende. Mit knapp 70 Anmeldungen ist die Veranstaltung ausgebucht. "Am Samstagabend ist aber jeder willkommen, wenn die Spielschar aus Witzschdorf ihr Krippenspiel aufführt", lädt Heiko Schalling Interessenten ein.


