Den Schwerpunkt im "Sonnenbad" bildet der Schwimmunterricht, hier für Mädchen und Jungen aus der Grundschule Raschau.
Foto: Lars Rosenkranz
Schwarzenberg zahlt fürs Bad schon im ersten Jahr kräftig drauf
Betreiber der neu eröffneten Schwimmhalle in Sonnenleithe rechnet mit etwa 90.000 Euro Minus
Schwarzenberg. Schwarze Zahlen sind mit einem Hallenbad nicht zu erwirtschaften. Das bestätigt sich für das "Sonnenbad" in Schwarzenberg-Sonnenleithe. "Im Betriebsjahr 2011, das erst Ende August losging, rechnen wir mit zirka 90.000 Euro Minus", so Bernd Weigel, Geschäftsführer der stadteigenen Schwarzenberger Freizeit- und Servicegesellschaft mbh (SFS), die als Betreiber fungiert. "Im ersten vollen Betriebsjahr 2012 erwarten wir dann ein Minus von etwa 330.000 Euro."
Eine große Überraschung ist das freilich nicht. Die Planer von Bauconzept Lichtenstein hatten - gestützt auf Erfahrungen - von Anfang an Illusionen zu diesem Thema zerstört. Bei der für Schwarzenberg konzipierten Badgröße veranschlagten sie angesichts der absehbaren Betriebskosten und der gewünschten moderaten Nutzungsgebühren den jährliche Zuschuss zur Bewirtschaftung sogar auf 400.000 Euro. Das wussten die Stadträte, als sie im Mai 2009 den Bau des Bads beschlossen: 23 Bürgervertreter votierten dafür, einer enthielt sich, einer stimmte wegen Befangenheit nicht mit ab.
Die benachbarte Stadt Grünhain-Beierfeld, deren kleines Hallenbad früher als Schulschwimmzentrum der Region diente, hat sich mit einem Ratsbeschluss dazu bekannt, 40.000 Euro der jährlichen Betriebskosten im Ersatzneubau "Sonnenbads" zu tragen - fünf Jahre lang. Ob es nach diesem Zeitraum weiterhin einen Zuschuss gibt, ist noch offen. Was unter dem Strich im Jahr 2011 als Fehlbetrag steht, wird die SFS aus ihrer Kapitalrücklage begleichen. "Gerade auch zu diesem Zweck hat die Stadt als Gesellschafter ja die GmbH mit der Rücklage ausgestattet", erläutert Weigel, der als Bürgermeister im Rathaus tätig ist und für seine Geschäftsführerfunktion in der SFS kein Extra-Gehalt bezieht.
Die ersten Betriebsmonate zeigen ein differenziertes Bild. Auf ein Hallenbad wirke sich ein milder Herbst negativ aus, betont Weigel. Nutzten im September neben den Schwimmschülern zirka 2800 Besucher (inklusive der Vereinsschwimmer) das "Sonnenbad", waren es im Oktober immerhin schon 3936. "Im November ging die Zahl wieder zurück. Das führen wir zum einen auf das schöne Wetter zurück, zum anderen darauf, dass es keine Ferientage gab", so Weigel. "Wir brauchen schon noch mehr zahlende Einzelgäste. Aber das ist wegen der vergebenen Hallenzeiten für Vereine und kommerzielle Nutzer nicht beliebig ausdehnbar."
In der jüngsten Aufsichtsratssitzung der SFS wurde unter anderem eine zweite Frühschwimmer-Zeit in der Woche diskutiert. "Gehen wir auf diesen Wunsch ein, wäre das mit einer Schließzeit an anderer Stelle im dicht gefüllten Plan verbunden", gibt Weigel zu bedenken. Änderungen der Öffnungszeiten müssten daher wohl überlegt sein, doch werde die Sache geprüft. Der ursprünglich angebotene Warmbadetag sei nicht wie gedacht angenommen worden. Nun heize man das Wasser samstags nur noch auf 30 statt 32 Grad und verlange keine Zusatzgebühr mehr.


