Auch am Dienstag war Constanze Jugel (links) bei Lea und deren Mutti Jana Dähnel zu Besuch, um mit der Achtjährigen zu spielen. "Ich habe sie ins Herz geschlossen", sagt die 26-Jährige über Lea.
Foto: Andreas Tannert
Der Delphin für Lea wird Realität
Oelsnitzer Familie hat Freunde gefunden, die ihrer kranken Tochter zu einer Delphintherapie verhelfen
Oelsnitz. Auf der Internetseite, die für die achtjährige Lea eingerichtet wurde, ist das Mädchen mit drei Plüsch-Delphinen zu sehen. Im Juli wird Lea echten Delphinen begegnen. Denn Freunde der Oelsnitzer Familie haben so viele Menschen zur Hilfe für Lea bewegt, dass das Mädchen an einer Delphintherapie in der Türkei teilnehmen kann.
Wie kam es dazu? Leas Mutter Jana Dähnel hatte 2010 in der Ausbildung zur Heimerziehungspflegerin die Chemnitzerin Constanze Jugel kennengelernt. "Wir sind da auch über Lea ins Gespräch gekommen", erinnert sich Jugel. Lea leidet am sogenannten Charge-Syndrom, hat mehrere Behinderungen.
Constanze Jugel und ihre Mitschülerinnen wollten die Eltern unterstützen, denn die hatten einen Traum: ihrer Tochter eine Delphintherapie zu ermöglichen. Diese Behandlungsmethode soll dem Kind helfen, seine Umwelt besser wahrzunehmen, Spannungen zu lösen und seine körperliche und geistige Entwicklung voranzutreiben.
Anfangs habe die Familie eigentlich gar keine Hilfe von außen gewollt, sagt Constanze Jugel. Aber die Therapie, die von keiner Kasse unterstützt werde, hätte für die Eltern eine hohe Verschuldung über Jahre bedeutet. "Und wir wollten helfen."
Den Anfang machte ein Kuchenbasar an der Schule, erinnert sich die 26-Jährige. Es folgten Idee auf Idee - und viel Arbeit. "Wir haben Hunderte Mails an Firmen und Privatleute geschickt, um auf das Problem aufmerksam zu machen", erzählt Jugel. Sie habe einen Flyer entworfen und Copy-Shops gefunden, die beim Vervielfältigen halfen. Und so zog das Projekt "Ein Delphin für Lea" immer größere Kreise.
Constanze Jugel und ihre Freundinnen verkauften Trödel, organisierten Sachspenden, die sie auf Märkten feilboten, stellten Sammelboxen auf. Manche Aktion brachte kleinere, manche größere Beträge ein. So kamen beim Nachtflohmarkt in der Zwickauer Stadthalle 26,30 Euro, beim Trödelmarkt der Zwönitzer Sommeroldies 186Euro, beim Benefiz-Fußballspiel des SSV Lichtenstein 700 Euro, bei einem Fest in der Oelsnitzer Kita "Pfiffikus" 411,40 Euro, bei einem Trödelmarkt in Zwickau 173,10 Euro, beim Chemnitzer Stadtfest 249,31Euro und auf dem Oberlungwitzer Weihnachtsmarkt 284,60 Euro zusammen. Dazu gab es unzählige Eingänge auf einem Spendenkonto. Summa summarum stehen derzeit reichlich 15.000 Euro zu Buche. Die Delphintherapie ist damit sicher, ein Benefizkonzert in Hohndorf wird den Abschluss der Spendenaktion bilden.
Ein Selbstläufer sei das Ganze indes nie gewesen. "Man muss extrem dranbleiben", erklärt Constanze Jugel. Man habe keinen Prominenten an der Seite gehabt, der sich für die Aktion einsetzt und "gleich mal eine große Summe einspielt". Es sei manchmal anstrengend gewesen, aber es habe auch Spaß gemacht - und der Erfolg habe sie dann bestätigt. "Lea hat es echt verdient. Sie hat schon so viel durch", sagt die junge Frau.
Aber auch den Helfern selbst habe die Hilfs-Aktion etwas gebracht. "Wir sind dabei immer näher zusammengerückt", erklärt Constanze Jugel. Und: "Ich setze mich gern für andere ein, weil man dadurch eigene Probleme vergessen kann."
Service
Das Benefizkonzert zugunsten von Lea findet am Samstag im "Weißen Lamm" Hohndorf statt. Das musikalische Spektrum ist breit, es gibt unter anderem mittelalterliche Musik und Metal-Klänge. Sogar ein eigens für Lea geschriebenes Lied wird erklingen. Beginn ist 19 Uhr, der Eintritt kostet 3 Euro, außerdem werden Spendenboxen aufgestellt. Auch vom Getränke- und Speisenverkauf soll Lea profitieren.


