April 2009, Sportplatz Mitteldorf: Ronny Leuschel pariert einen Schuss im Spiel gegen Hohndorf. Er fällt weich in den Schlamm.
Foto: A. Tannert
Die Lust des Tormanns am neuen Rasen
Es ist das wohl bekannteste Fußball-Foto der Region: Ein Torwart suhlt sich im Schlamm
Stollberg. Was hat sich im Leben des Torwarts vom FSV Mitteldorf in den letzten Jahren verändert? Er ist mittlerweile verheiratet und heißt nicht mehr Ronny Leuschel, sondern Ronny Pöschmann-Leuschel.
Doch da gibt es noch was anderes. Der hünenhafte Keeper fällt künftig ganz weich, wenn er im Tor steht. "Ich wollte eigentlich Schluss machen, doch nun hänge ich doch noch eine Saison dran", sagt der Torwart. Die Aussage bezieht sich nicht auf seine Ehe, sondern auf die nächste Fußballsaison in der 1. Kreisklasse. Der Grund ist der neue komfortable Kunstrasenplatz in Mitteldorf. Dort war früher ein Hartplatz - wie oft anderswo auch. Der staubte bei Sonne. Und der war eine Matschwüste bei Regen. Beides war nicht gerade schön.
"Am besten für mich als Torwart war es, wenn der Hartplatz leicht aufgeweicht war. Aber das war eigentlich Luxus, weil es meist nicht so gewesen ist", sagt Ronny Pöschmann-Leuschel. Er steht auf dem Kunstrasenplatz und erzählt von einst. Er ist vielleicht der derzeit bekannteste Torwart der Region, weil er auf dem vielleicht bekanntesten Fußball-Schnappschuss der Region zu sehen ist. Es war der 19. April 2009, als er suhlend im Schlamm einen Ball abfängt und dabei in einer riesigen Pfütze versinkt. "Wir haben damals glaube ich 3:2 gewonnen." Er war schon in der 2. Minute des Spiels damals pitschnass, dann fror er, weil es nicht so viel zu halten gab. Nass kann er heute auch noch werden, aber der Dreck ist weg. "Der konnte damals schon mit ein paar Kilo an einem kleben. Entsprechend langsamer reagiert man dann beim Fallen."
Vier Fragen an den Torwart
Ist es leichter für einen Torwart auf Kunstrasen? "Es tut beim Fallen wirklich nicht mehr so weh. Aber die Bälle kommen mit höherer Geschwindigkeit. Zudem ist unser Platz durch den Neubau ein wenig schmaler, die Bälle sind also schneller in der Nähe des Tores. Er fordert jedenfalls von allen Spielern mehr."
Kann der neue Platz zur Sucht werden? "Ich sag mal so: Er ist ja letztlich von der Konsistenz genau so, wie ich mir den Hartplatz immer wünschte: ganz leicht weich."
Wer ist der beste Torwart der Welt? "Manuel Neuer. Der kann Bälle halten, die ich nicht halten kann. Er spielt einen modernen Torwart, der auch mal den 16-Meter-Raum verlässt. Ich klebe eher auf de Grundlinie."
Ihr Spitzname im Team? "Wenn ich halte, bin ich die Katze. Sonst bin ich der Fliegenfänger."
Juni 2012, Sportplatz Mitteldorf: Ronny Pöschmann-Leuschel pariert an der selben Stelle wieder einen Ball. Er fällt weich in den Kunstrasen.Foto: A. Tannert
Noch eine Woche bis zur Einweihung und der Dorfparty
Am 22. Juni um 19:30 Uhr wird der neue Kunstrasenplatz feierlich eingeweiht. Zum gemeinsamen Einmarsch werden alle ehemaligen Sportler herzlich eingeladen. "Wenn vorhanden, bitte unbedingt alte Spielkleidung mitbringen. Treffpunkt ist 19 Uhr auf dem Wiesenweg in Mitteldorf", sagt Vereinschef Dirk Bergauer.
Zudem wurde am Sportplatz ein neuer Kinderspielplatz errichtet. Erst vor wenigen Tagen sind 60 Tonnen Sand eingefüllt worden. Die Gesamtkosten für den Kinderspielplatz betragen etwa 20.000 Euro und wurden zu 70 Prozent mit Fördergeld finanziert. Damit wurde das Ortszentrum in Mitteldorf umfassend modernisiert und neu gestaltet. Die richtige Feier dafür steigt am 24. Juni ab 14 Uhr im Rahmen des Dorf- und Vereinsfestes.
Neben dem Kunstrasen- und dem Kinderspielplatz wurden aber auch die Duschen in der Turnhalle komplett erneuert und eine Solarthermieanlage für die Warmwassererwärmung auf dem Dach montiert.

