Uwe Kunstmann mit Sieger-Kaninchen.
Foto: Andreas Tannert
Die besten Kaninchen Deutschlands leben in Neuwürschnitz
Bei der 30. Bundeskaninchenschau holten die Hoppler von Uwe Kunstmann die beste Punktzahl überhaupt
Neuwürschnitz. Uwe Kunstmann und seine vier weißen Kaninchen sind die Deutschen Meister der Deutschen Meister. Das klingt erst einmal konfus. Aber eigentlich ist es ganz einfach: Der Neuwürschnitzer und sein vierbeiniges Team mit den hängenden Ohren sind Sieger bei der 30. Bundeskaninchenschau in Erfurt am Wochenende geworden. "Ich bin baff. Damit hätte ich nicht gerechnet", sagt der 36-jährige Monteur, der eigentlich bei VW in Mosel Autos zusammenschraubt. Er sagt es so, dass man ihm die Überraschung wirklich glaubt.
Das fällt angesichts der Zahlen bei der Schau in Erfurt auch nicht wirklich schwer. Über 25.400 Kaninchen aus ganz Deutschland waren dort ausgestellt. 6100 Züchter haben um 250 Titel gekämpft - so viele Rassen mussten vor den Augen der Kampfrichter bestehen. Und deshalb gab es am Ende auch 250 Deutsche Meister - für jede Rasse einen. Und von denen wiederum hat Uwe Kunstmann die höchste Wertungspunktzahl für Parameter wie Schulterhaltung oder Fellqualität erhalten. Wie schon gesagt: Der Neuwürschnitzer ist der Deutsche Meiser der Deutschen Meister.
"Dies ist ein fantastisches Ergebnis und der Lohn für jahrelange züchterische Arbeit. Dafür herzlichen Glückwunsch", sagt auch Tino Höfer, Sprecher vom Kreisverband der Rassekaninchenzüchter Stollberg. Kunstmann habe für seine herausragende Leistung als Auszeichnung die Goldene Plakette des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz erhalten, so Höfer weiter.
Und so sehen deutsche Sieger aus Neuwürschnitz aus: Die Deutschen Kleinwidder sind weiß, mit roten Augen und Hängeohren. "Die sind ruhig und machen keinen Krach im Stall. Zudem mag ich die hängenden Ohren und diesen typischen Widderkopf", sagt Kunstmann. Deshalb hat der Züchter sich einst für diese Rasse entschieden. Nun wurde er dafür belohnt. "Mein Vater hat es aber überhaupt ermöglicht, denn ich war diese Tage krank. Hätte er meine Tiere nicht nach Erfurt gebracht, wäre alles nicht so gekommen", sagt Kunstmann. Und seine Frau helfe ihm auch, wo sie kann. Ein Deutscher Meister, der sich bedankt.
Wie geht es weiter? "Nun, in einem Jahr ist Europameisterschaft", sagt Kunstmann. "Aber da rechne ich mir nur eine Mittelfeldplatzierung aus." Auch diesmal sagt er es so, dass man ihm das glaubt. Nur das hat er vor der Deutschen Meisterschaft in Erfurt ja auch schon gesagt.


