Lampe Straßenbeleuchtung wie an der Oelsnitzer Pflockenstraße kostet die Kommunen viel Geld. Wer's auf Dauer billiger will, muss investieren.

Foto: A. Tannert

Prüfberichte zeigen: Neue Lampen können viel Geld sparen

Viele Kommunen haben ein Problem:Öffentliche Lampen oft überaltert und fressen zu viel Energie

Stollberg. Wenn es jemanden gibt, der die Straßenbeleuchtung im Altkreis Stollberg sehr gut kennt, dann ist es Roland Schmieder. Der Experte vom Energieversorger Envia ist schon seit vielen Monaten sozusagen auf Licht-Tournee: Vor Gemeinderäten in der Region redet er dann über Natrium- oder Quecksilberhochdrucklampen, Kilowattstunden, Leuchtmittellebensdauer. Und immer geht es darum: Wer in moderne Lampen investiert, spart mittelfristig Geld.

Für acht Kommunen hat Schmieder bereits eine sogenannte Energieeffizienz-Untersuchung erarbeitet. Danach müssten allein diese Orte zusammen 696.000 Euro investieren, um mit neuem, aber sparsamem Licht die eigenen Energiekosten zu drücken. "Es könnten etwa 884.000 Kilowattstunden Strom und 555 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr eingespart werden", erläutert Schmieder.

Konkret hat er in Auerbach, Burkhardtsdorf, Erlbach-Kirchberg, Gornsdorf, Hormersdorf, Jahnsdorf, Oelsnitz, Zwönitz und Thalheim den jeweiligen Zustand der Straßenbeleuchtung beleuchtet. Für letztere Stadt arbeitet er gerade ein Bericht aus.

Ein Beispiel ist Jahnsdorf: Dort wären laut Schmieder für eine effizientere energiesparende Straßenbeleuchtung etwa 78.000 Euro zu investieren. "Diese Kosten würden sich laut Envia nach vier Jahren amortisieren", erläutert Bürgermeister Carsten Michaelis. Innerhalb der gerade stattfindenden Haushaltsdiskussion für 2012 will die Gemeinde 20.000 Euro für neue Lampen einstellen, so der Gemeindevater weiter.

Michaelis sieht Handlungsbedarf, weist aber gleichzeitig darauf hin, dass Jahnsdorf in den letzten Jahren bei der Energieeffizienz der Straßenbeleuchtung "akzeptabel" aufgestellt sei und sich die Anzahl der überalterten Lampen in Grenzen halte. Laut Bericht ist nur etwa jedes zehnte Leuchtmittel noch aus DDR-Zeit. 292 aller fast 950 Laternen sind zudem mit veralteten und energieintensiven Quecksilberhochdruckdampflampen bestückt.

In Oelsnitz ist die Lage schlechter. Rund 20 Prozent der sogenannten Lichtpunkte (Masten) sind älter als 20 Jahre und haben damit die betriebsübliche Nutzungsdauer lange überschritten. Und: Fast alle Leuchtmittel sind besagte Quecksilberhochdruckdampflampen. Kurzum: Die Stadt müsste fast eine Viertelmillion Euro in neues Licht investieren. Eine Summe, die sich laut Envia-Referent Schmieder in sechs Jahren amortisiert hätte.

Bürgermeister Hans-Ludwig Richter bezeichnete vor Wochen den damals vorgelegten Bericht als "wichtige Arbeitsgrundlage, auf die sich gut aufbauen lässt". Eine Umsetzung der Vorschläge in einem Zug erwog er allerdings nicht. Man werde die Maßnahmen doch lieber schrittweise angehen. Dafür wolle man unter anderem ein Förderprogramm der KfW-Bank nutzen, so der Bürgermeister weiter.

Nach Auskunft der Verbundwerke Südwestsachsen (VSW), die unter anderen auch für Stollberg zuständig sind, wurde ein Energiebericht zur Straßenbeleuchtung - so wie es das Mutterunternehmen Envia macht - für die Stadt laut Hendrik Haertwig, Geschäftsführer Vertrieb der VSW, bisher nicht erstellt. Und für die nähere Zukunft sei dies auch nicht geplant.

 
erschienen am 07.12.2011 ( Von Jan Oechsner )
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