Sportplatzförderung steht noch immer aus

Seit Jahren ist ein zentraler Fußballplatz am Gewerbegebiet Hoffeld in Oelsnitz im Gespräch

Oelsnitz. Eine umstrittene Geschichte ist er schon, und nun scheint der zentrale Kunstrasenplatz am Gewerbegebiet Hoffeld auch noch eine unendliche Geschichte zu werden. Denn obwohl er schon seit fünf Jahren geplant ist, tut sich nichts.

"Wir haben den Förderantrag gestellt, unsere Hausaufgaben gemacht, die notwendige Zuarbeit geleistet und unseren Antrag wiederholt bekräftigt", sagt Beigeordneter Jens Barnickel. Aber bisher habe der Fördermittelgeber, die Sächsische Aufbaubank (SAB), sein Okay nicht gegeben. Einen Vorschlag habe die SAB im Vorjahr gemacht, sagt Barnickel, und dem sei man auch gefolgt: Man habe das 2,5-Millionen Euro-Projekt in Bauabschnitte gegliedert.

Für den ersten Abschnitt - er beinhaltet Kunstrasenplatz und Funktionsgebäude - seien 1,2 Millionen Euro in den diesjährigen Haushalt eingestellt. Die Fördermittel, der Zuschuss liegt laut Kämmerin Angelika Hans bei 30 Prozent, lassen aber noch immer auf sich warten.

Die SPD-Fraktion im Stadtrat forderte jüngst, dass es endlich losgeht auf dem Hoffeld. Manfred Plobner verwies auf umliegende Orte, in denen schon auf Kunstrasen gespielt wird oder wo der Bau bevorsteht.

Das wurmt auch Jens Barnickel, da man ja schon fünf Jahre an dem Projekt festhalte. Doch Efre-Fördermittel wie Stollberg könne Oelsnitz nicht nutzen, weil das entsprechende Fördergebiet verweigert wurde. Niederdorf kam das Hochwasser zu Hilfe, das den alten Platz zerstörte. So gibt es Mittel aus der Hochwasserschutzförderung zur Wiederherstellung, und die Gemeinde stockt auf, um den Kunstrasen anschaffen zu können. Niederwürschnitz konnte Städtebaufördermittel nutzen.

Die SPD-Räte fordern indes, über Modernisierungslösungen für die vorhandenen Plätze der Oelsnitzer Fußballvereine nachzudenken, falls der zentrale Platz nicht kommt, so Benjamin Trinks. Genau das werde aber laut Barnickel nicht stattfinden. Der SV Rot-Weiß Neuwürschnitz hatte vor Jahren schon eine Sanierung seines Platzes gefordert. Im Sinne der Gleichbehandlung müsste man dies zu gegebener Zeit aber auch beim SV Neuoelsnitz und dem VfB Glückauf tun, erklärt der Beigeordnete. Zugleich müsse man beim Fördermittelgeber für 25 Jahre eine Nutzung als Fußballplatz garantieren. Mit Blick auf die demografische Entwicklung sei dies aber nicht möglich. Schon heute spielten die Vereine im Nachwuchsbereich in Spielgemeinschaften, weil sie aus den eigenen Reihen keine Mannschaft zusammenbekommen. So sei die Idee des zentralen Platzes gekommen.

Während die beiden anderen Oelsnitzer Vereine dies begrüßten, löste die Entscheidung vor fünf Jahren beim Neuwürschnitzer Fußballverein Proteste aus, weil man eine Sanierung des eigenen Platzes bevorzugte. So ist es noch immer, bestätigt Vereins-Chef Mario Gödickmeier. "Wir stehen dem immer noch kritisch gegenüber." Er hege keinen Groll gegen die Stadt und honoriere auch den Straßenbau im Stadtteil Neuwürschnitz und dass man die schönste Schule und den schönsten Kindergarten habe, sagt Gödickmeier. Er freue sich generell über jeden Sportplatzbau, auch den geplanten am Hoffeld, der ja noch mehr beinhalte als nur den Kunstrasenplatz. All das habe aber nichts damit zu tun, dass der SV Rot-Weiß endlich eine Rekonstruktion mit Begradigung des eigenen Platzes haben möchte. Er spricht von einer Sanierung im Bestand. "Wir sind mit 190 Fußballern der größte Fußballverein der Stadt und haben die schlechtesten Verhältnisse", betont der Vereins-Chef.

Wenn der eigene Platz unbespielbar werde, und das dauere sicher nicht mehr lange, werde man sich nach einer Ausweichmöglichkeit umschauen müssen. Aber "dort", sagt Mario Gödickmeier und meint den geplanten neuen Platz am Hoffeld, werden die Neuwürschnitzer Fußballer "in den nächsten Jahren bestimmt nicht spielen".

 
erschienen am 01.08.2011 ( Von Viola Heidrich )
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