Der neue Linienverlauf im Überblick.Foto: Regionalverkehr Erzgebirge
Umstrittene Grüne Linie will auf neuer Strecke pünktlich fahren
Planer haben die heftig kritisierte Busanbindung Stollberg, Oelsnitz und Lugau überarbeitet
Stollberg. Ab Samstag ist die Staatsstraße 256 zwischen Niederdorf und Niederwürschnitz wieder für den Verkehr offen. Das freut nicht nur die Autofahrer in der Region, sondern lässt - im fernen Annaberg-Buchholz - auch die Planer des Regionalverkehrs Erzgebirge GmbH (RVE) aufatmen. Denn mit dem neuen Fahrplan, der am Sonntag in Kraft tritt, fährt auch die Grüne Linie wieder über diese Strecke.
"Sinnlos-Kringel" abgeschafft
Ziel dieser Änderung zur bisherigen Routenführung ist laut RVE-Chefverkehrsplaner Lutz Zulauf, den Busverkehr aus dem engen, mit vielen Ampeln eher langsamen Bereich zwischen Niederwürschnitz und Stollberg herauszunehmen. Zudem wird die Grüne Linie nicht mehr in Stollberg im Kreis fahren - Spitzname bei Fahrgästen: "Sinnlos-Kringel": Die Verknüpfung des Stadtzentrums und der Krankenhäuser übernimmt die Stadtlinie Stollberg. Mit all diesen Maßnahmen soll die Grüne Linie wieder pünktlicher sein. In den vergangenen Monaten waren Verspätungen von bis zu 20 Minuten eher die Regel als die Ausnahme, etliche Fahrgäste hatten sich bei der RVE beschwert oder sich an die Redaktion von "Freie Presse" gewandt.
Das Problem wurde noch dadurch verschärft, dass eine vollkommen neue Routenplanung der Grünen Linie gestartet wurde. Mit der Fahrplanänderung seit Ende August ließ die RVE die Busse im Städtedreieck Stollberg-Oelsnitz-Lugau nicht mehr direkt aus Oelsnitz und Lugau nach Stollberg fahren. Dieses System hatten die Planer durch einen Ringverkehr ersetzt, der in beide Richtungen in einem großen Kreisverkehr die Städte Stollberg, Neuwürschnitz, Oelsnitz, Lugau und Niederwürschnitz bedienen sollte. Wichtig war dabei, dass die Gesamtfahrzeit pro Kreis nicht mehr als eine Stunde dauern sollte.
Bis zu sieben Minuten Zeit
Die Routen waren so jedoch sehr knapp auf die Anschlüsse der Citybahnen nach Chemnitz oder Glauchau und der Buslinien, etwa nach Thalheim und Aue, abgestimmt - teilweise mit nur vier Minuten Umsteigezeit. Auf dem Papier ein attraktives Angebot des Nahverkehrs, weil die Fahrgäste schnell weiterfahren können - aber eben auch nur, wenn die Busse pünktlich ankommen. Dies soll nun besser gelingen. "Wir haben zum Beispiel bei den Citybahn-Anschlüssen bis zu sieben Minuten Zeit einkalkuliert", so Zulauf.
Das alles kann aber bereits im Frühjahr anders werden. Dann gehen die Bauarbeiten auf der Staatsstraße 256 weiter. Diese wird dann bis Oktober erneut gesperrt - der zweite Bauabschnitt steht an.


