Paul Lötsch absolviert derzeit ein freiwilliges ökologisches Jahr im Tiergehege Hohenwendel, das am Samstag nach langer Schließzeit wieder öffnet. Einer der Bewohner ist das zahme Kugelgürteltier Helge.
Foto: Bernd März
Wiesenbad/Annaberg: Kugelgürteltier Helge wartet auf Besucher
Nach einer langen Zwangspause steht das Tiergehege Hohenwendel ab Samstag wieder offen
Wiesenbad/Annaberg. Die Bewohner des Tiergeheges Hohenwendel in Thermalbad Wiesenbad müssen sich ab Samstag wieder an Besucher gewöhnen. Nach mehr als einem Jahr Zwangspause steht die Anlage zum ersten Mal wieder offen. Im Januar 2011 war das Hauptwirtschaftsgebäude durch Schneelast auf dem Dach eingestürzt. "Tieren ist nichts passiert. Aber es war ein enormer Schaden", sagt Christina Bräuer vom Reitverein Hohenwendel, der die Einrichtung betreibt. Wegen der notwendigen Bauarbeiten habe man sich im vergangenen Jahr entschlossen, vorerst keine Gäste aufs Gelände zu lassen - aus Sicherheitsgründen.
Von Nasenbär bis Lama
Zwar wird immer noch gebaut - allerdings im Inneren des neu errichteten Gebäudes, das vor allem als Pferdestall und für die Lagerung von Futtermitteln genutzt wird. Daher sind die anderen Außen- und Innengehege problemlos erreichbar. Gäste können etwa Spring- und Braunrückentamarine sehen - bei beiden seltenen Krallenaffenarten hat sich in diesem Frühjahr schon Nachwuchs eingestellt. Das sei auch bei den Liszt-Äffchen der Fall. Zu den 16Arten, die im Tiergehege Hohenwendel zuhause sind, gehören außerdem Bennett-Kängurus - und zwar fünf große Tiere sowie zwei im Beutel. "Ein Junges kommt manchmal schon raus", sagt Christina Bräuer. Als Beispiele für weitere Bewohner nennt sie Nasenbären, eine Omanfalbkatze, eine Emu-Henne sowie Pfaue. "Und natürlich unser weißes Lama Alf."
Besonders wichtig ist dem Betreiberverein der Schutz bedrohter Arten. Daher nimmt er am Europäischen Erhaltungszuchtprogramm teil, kooperiert zum Beispiel mit den Zoos in Chemnitz, Halle und Aue. Die tägliche Arbeit im Tiergehege selbst erfolgt zum größten Teil ehrenamtlich. Regelmäßig absolvieren dort aber auch junge Leute ein freiwilliges ökologisches Jahr. Seit September 2011 nutzt Paul Lötsch diese Möglichkeit. Nachdem er die Fachhochschulreife abgelegt hatte, wollte er auf diesem Weg herausfinden, welcher Berufswunsch für ihn geeignet ist. Und dabei ist er auch schon ein Stück weitergekommen. "Ich möchte auf jeden Fall lieber draußen arbeiten als zum Beispiel in einem Büro", sagt der 19-Jährige. Forstwirtschaft oder Landschaftsgestaltung wären Einsatzgebiete, die er sich gut vorstellen könnte.
Partnerin für Gürteltier gesucht
Derzeit hilft der Geyersdorfer unter anderem bei der Tierpflege und hat dabei auch mit einem ziemlich seltenen Exemplar zu tun - mit Kugelgürteltier Helge. Das werde in europäischen Zoos nicht sehr häufig gehalten und sei daher ein besonderes Tier, erläutert Christina Bräuer, die die zoologische Leitung innehat. Helge, der als Handaufzucht aus dem Hallenser Zoo ins Erzgebirge kam, soll auch hier bleiben. Zudem werde versucht, eine Partnerin für ihn zu finden. Nachwuchs bei Kugelgürteltieren wäre schon eine tolle Sache, sagt die Tierfreundin.
Japanmakaken für Annaberg
Allerdings werden nächste Woche erst einmal Bewohner die Anlage in Thermalbad Wiesenbad verlassen. Zwei Japanmakaken - ein Muttertier und ihr zweieinhalb Jahre altes Junges - ziehen ins Tiergehege am Pöhlberg in Annaberg-Buchholz um. Dort steht für die Affen laut Stadtverwaltung ein 25 Quadratmeter großes Quartier zur Verfügung.
Das Tiergehege Hohenwendel, Eisenbergstraße 13 in Thermalbad Wiesenbad, hat ab am Samstag wie folgt geöffnet: montags bis freitags von 13 bis 17 Uhr sowie an Wochenenden und feiertags von 10 bis 17 Uhr. Der Eintrittspreis beträgt 2 Euro, Kinder bis 3 Jahre frei.

