Bauernland zieht Bauanträge für Güllebecken zurück

Standorte zweier Anlagen sind nicht genehmigungsfähig

Großolbersdorf. Die Bauernland Agrar AG Großolbersdorf hat ihre Bauanträge für die Güllebecken in Börnichen, Großolbersdorf und in Krumhermersdorf zurückgezogen. Das bestätigte Matthias Espig, Vorstandsvorsitzender der Aktiengesellschaft. Der Bau der beiden geplanten Behälter für Flüssigmist in Börnichen und Krumhermersdorf sei nicht mehr genehmigungsfähig, begründete er. Weil aber ohne die beiden Vorhaben die Lagermöglichkeit von Flüssigmist von derzeit sechs auf neun Monate nicht erhöht werden kann, fließen auch keine Fördermittel für den Bau von sechs geplanten Güllebehältern. Denn das war eine Bedingung für die Förderung. Der Bau des Güllebehälters in Großolbersdorf erübrige sich damit.

Gründe seien aber nicht das Aufbegehren der Bürgerinitiative Börnichen gegen diese Vorhaben und auch nicht das Verkehrszeichen 261. Das Vorschriftszeichen verhindert nach einer Auslegung der Landesdirektion Chemnitz den notwendigen Gülletransport. Es seien andere Umstände, die diese Entscheidung notwendig gemacht haben, begründete Espig: In Börnichen habe ein Energieversorger verlangt, dass die Abstandsfläche vom Güllebecken zu den Leitungen verdoppelt werde. Es handle sich um ein Hochspannungsfreileitung von Niederwiesa nach Pockau, war von Envia M zu erfahren. Damit sei laut Espig der Güllebehälter auf dem dafür vorgesehenen Dreieck, das der Bauernland AG zur Verfügung stehe, nicht mehr zu platzieren.

Auch das Vorhaben auf Krumhermersdorfer Flur ist offenbar nicht zu realisieren. Denn an dem Standort, an dem sich bereits mehrere Betriebsgebäude der Agrarprodukte GmbH Krumhermersdorf befinden, würde eine neue Schutzzone für einen Trinkwasserstollen entstehen, sagte Espig.

In Börnichen sollte ein Güllebecken am Ortseingang mit einem Durchmesser von 32 Metern und einem Volumen von 4694 Kubikmetern errichtet werden. In Krumhermersdorf war der größte der geplanten sechs Güllebehälter mit einem Fassungsvermögen von 5754 Kubikmetern gedacht. "Mit dem Wegfall der beiden Vorhaben fällt unser Programm für eine neunmonatige Lagerkapazität flach", erläuterte Espig.

Weitere Kompromisse würden logistisch und wirtschaftlich keinen Sinn mehr ergeben, betonte der Vorstandsvorsitzende: "Mit einer Güllelagerzeit von nur sechs Monaten brauchen wir Großolbersdorf nicht." Am Bau der Güllebecken in Waldkirchen, in Wolkenstein und in Falkenbach halte das Unternehmen jedoch fest. Espig hat wiederholt darauf verwiesen, dass mit dem Neubau der Güllebecken keine Kubikmeter Flüssigmist mehr oder weniger produziert, gelagert oder ausgebracht wird als in den vergangenen Jahren, denn der Tierbestand sei ebenfalls konstant geblieben. Nur die Lagerdauer sollte um drei Monaten erhöht werden. An diese Bedingung war die Förderung von 50 Prozent geknüpft gewesen. Da der Bau einer Biogasanlage nicht im Zusammenhang mit den geplanten Güllebehältern stehe, habe die getroffene Entscheidung darauf keine Auswirkung, erläuterte Espig. Gegenwärtig laufe weiterhin das B-Planverfahren zum Standort im Gewerbegebiet am MZ-Werk in Hohndorf.

Dass der Antrag für Börnichen zurückgezogen wurde, wertete Thomas Walther, Sprecher der Bürgerinitiative Börnichen, am Dienstag schon als Erfolg des Wirkens der Initiative. "Hätten wir nicht so viel unternommen und uns überall mit Eingaben und Schreiben hingewandt, würde der Behälter bereits stehen", betonte Walther.

Die Bürgerinitiative Börnichen hat 700 Unterschriften gegen den Bau gesammelt. Mit dem Schutz des Trinkwassers war das Engagement begründet worden. Espig hatte den Vorwurf der hochgradigen Gefährdung der Trinkwasserqualität als "ehrverletzende Behauptung" bezeichnet, die jeglicher Grundlage entbehre. Denn von diesen Stahlbetonbauwerken, die geruchsdicht abgedeckt würden und höchsten Anforderungen entsprechen, gehe keine Gefährdung des Trinkwassers aus, versicherte Espig erneut.

 
erschienen am 01.11.2011 ( Von Gudrun Müller )
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