Bis 100 Megabit pro Sekunde liegen in Verbandsgemeinden an
Superschnelle Datenautobahn ist für Verwaltungsverband "Wildenstein" nahezu fertig
Grünhainichen. Das dürfte für die reichlich 4600 Einwohner der Orte im Verwaltungsverband "Wilden-stein" ein frühzeitiges Weihnachtsgeschenk sein: Die technischen Arbeiten für die schnellste Datenautobahn im Erzgebirge werden am Mittwoch beendet. Alle Glasfaserkabel sind in die Leerrohre eingebracht und mit den Verteilerstellen in den Dörfern Grünhainichen, Borstendorf, Börnichen und Waldkirchen verknüpft. Der erste Test über ein Modem habe diese Woche eindrucksvoll gezeigt, dass in den mit der richtigen Technik ausgestatteten Haushalten eine Übertragungsgeschwindigkeit von bis zu 100 Megabit pro Sekunde erreicht werden kann, bestätigte am Dienstag Günter Rötzer vom gleichnamigen Marienberger Ingenieurbüro. In Bietergemeinschaft mit dem KM 3 Teledienst Grünhain-Beierfeld hatte er nach einer Ausschreibung den Zuschlag erhalten.
Doch bis die Einwohner des Verwaltungsverbandes im Internet mit dieser im ländlichen Raum deutschlandweit noch seltenen Datenübertragungsrate surfen können, brauchen sie noch ein wenig Geduld. "Die Antennengemeinschaften werden ab Januar schrittweise die Verbindung zu den Nutzern über das vorhandene Koaxialkabel herstellen", erläuterte Rötzer. Dazu seien vorher noch einige Umstellungen in den Anlagen notwendig. Deshalb habe man sich geeinigt, während der Feiertage vorerst nichts zu unternehmen und Weihnachtsruhe herrschen zu lassen.
Der Marienberger Ingenieur sagte, dass in den vier Ortsteilen des Verbandes künftig auch keine weißen Flecken mehr geben muss. Die Antennengemeinschaften könnten diese schnelle Datenautobahn in jeden abgelegenen Winkel bringen. Dazu sei es aber notwendig, dass die Interessenten selbst auf die Antennengemeinschaft zukommen, um dort auch Mitglied zu werden, so Rötzer. Auch Eckhard Börner, Vorsitzender des Verwaltungsverbandes, resümierte am Dienstag: "Das ist eine Erfolgsgeschichte für unseren Verwaltungsverband". Denn die vier Orte hatten sich mit Unterstützung des Chemnitzer Unternehmens Tele-Kabel-Ingenieurgesellschaft beim Bundeswirtschaftsministerium um eine Förderung als Modellprojekt für den Breitbandausbau im ländlichen Raum beworben. Offenbar waren die eingereichten Unterlagen überzeugend. Der Verwaltungsverband gehörte zu den 26 ausgewählten Kommunen; die Fördermittel betragen rund 450.000 Euro. Doch die Bewilligung war an eine anspruchsvolle Bedingung geknüpft: Alle Tiefbauarbeiten mussten noch in diesem Jahr abgeschlossen sein. Da die Verlegung der Leerrohre erst ab Anfang des vierten Quartals erfolgen konnte, hätte ein früher Wintereinbruch große Probleme gebracht. "Doch auch das Wetter hat prima mitgespielt", freute sich am Dienstag der Vorsitzende des Verbandes.


