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Post-Panne? Zahlreiche Frauen warten vergeblich auf Mammografie-Befunde
Betroffene hatten an Brustkrebs-Frühuntersuchung im Mammobil in Zschopau teilgenommen - Briefe werden nun erneut zugestellt
Zschopau. 218 Frauen sind am 7. und 8. Dezember zum Mammografie-Screening in der mobilen Röntgenanlage auf dem Zschopauer Markt gewesen. Obwohl die Briefe noch in der gleichen Woche verschickt wurden, warten noch immer viele Frauen auf den Befund. "Seit Wochenbeginn haben uns rund zwei Dutzend Anrufe erreicht, und täglich werden es mehr", sagte Dr. Klaus Hamm vom Screeningzentrum Mittelsachsen-Chemnitz-Erzgebirge und beruhigt zugleich: "Wer jetzt noch keine Post hat, muss sich nicht sorgen, denn es liegt mit Sicherheit kein auffälliger Befund vor. Diese Fälle wurden schon vor Weihnachten geklärt."
Warum ein Teil der in der ersten Dezemberwoche versandten Briefe in Zschopau, Krumhermersdorf, Witzschdorf, Amtsberg und Hohndorf nicht angekommen ist, kann sich Anke Baumann, Pressesprecherin der Deutschen Post, nach Prüfung aller Stationen nicht erklären. "Sie sind am 9. Dezember von einem unserer Dienstleister abgeholt, eingeliefert und gestempelt worden sowie ganz normal in die Zustellung gegangen", bestätigt die Pressesprecherin auf Anfrage. "Ich kann nur Vermutungen anstellen. Da die Zustellung als Infopostsendung erfolgte, ist sie möglicherweise von einigen Empfängern nicht geöffnet worden." Die Post will weiter nachforschen. "Sobald uns alle Adressen vorliegen, werden wir bei der Zustellung recherchieren." Die betroffenen Frauen müssen dennoch nicht weiter auf die erwarteten Briefe warten: Das Screeningzentrum hat sie an alle Frauen, die am 7. und 8. Dezember untersucht wurden, erneut verschickt. "Sie werden am Freitag bearbeitet und am Samstag zugestellt", versicherte Anke Baumann.
Evelin Kempe gehört zu den 218 Frauen, die an besagten beiden Tagen das Screening nutzten. Die 56-Jährige aus Schlößchen hatte Glück: Bei ihr traf der ersehnte Brief bereits drei Tage später ein. "Gott sei Dank war alles in Ordnung. Wenn der Befund vor Weihnachten nicht im Briefkasten gelegen hätte, wäre ich in Panik verfallen", kann sie die besorgten Anrufe gut nachvollziehen. Seit ihrem 45. Lebensjahr geht Evelin Kempe regelmäßig zur Mammografie, im Dezember hat sie zum dritten Mal das mobile Screening in Zschopau genutzt.
Beim dritten Stopp des Mammobils auf dem Zschopauer Markt haben mehr als 70 Prozent der angeschriebenen 2850 Frauen im Alter zwischen 50 und 69 Jahren ihren gesetzlichen Anspruch auf diese Krebs-Früherkennungsuntersuchung alle 24 Monate in Anspruch genommen. Ein Ergebnis, mit dem sich Klaus Hamm zufrieden zeigte: "So ein Resultat ist wünschenswert. Mit der Erkennung von Frühformen und Vorstufen dieser tückischen Krankheit steigen die Heilungs- und Überlebenschancen. Während der ersten Screening-Runde hatten wir bei acht von 1000 Frauen entsprechende Befunde, in Runde zwei waren es schon nur noch halb so viele."
Klaus Hamm, Vorsitzender des Landesverbandes der Radiologen, spricht von generell guten Teilnehmerzahlen in den neuen Bundesländern an der Früherkennung: "Mit einem Landesdurchschnitt von knapp 70 Prozent beim Mammografie-Screening sind wir vor allem in Sachsen Vorreiter. In den alten Bundesländern nutzen 50 bis 60 Prozent der Frauen diese Möglichkeit." Das Mammobil ist seit fünf Jahren unterwegs. "Die regelmäßige Selbstuntersuchung zwischen den Terminen ist jedoch unverzichtbar, da sich schnell wachsende Formen rasant zu einem tastbaren Befund entwickeln können", sagt der Radiologe.


