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Bevor sie am Schulunterricht teilnehmen können, werden Kinder von Migranten in sogenannten Vorbereitungsklassen zunächst in der deutschen Sprache fit gemacht. Lehrer aus Tschechien sollen dabei helfen.

Foto: Wolfram Kastl/DPA/A.

Tschechische Lehrer sollen Deutsch geben

Mit attraktivem Gehalt und unbefristeten Stellen will die Bildungsagentur angehende Pädagogen aus dem Nachbarland gewinnen. Zschopau geht mit gutem Beispiel voran.

Von Michael Müller
erschienen am 10.03.2016

Zschopau/Chemnitz. Auf solch eine Idee muss man erst mal kommen: Um Kindern von Migranten, die im Erzgebirge leben, die deutsche Sprache beizubringen, sollen künftig auch Lehrer aus Tschechien eingesetzt werden. Das zumindest sehen Überlegungen vor, mit denen die Chemnitzer Regionalstelle der Sächsischen Bildungsagentur dem Lehrermangel begegnen will. Sollte die grenzüberschreitende Offerte auf Interesse stoßen, könnten die ersten Interessenten bereits zu Beginn des kommenden Schuljahres ihren Dienst antreten, sagte ein Sprecher der Behörde.

Hintergrund: Die Anzahl der im Erzgebirge, Chemnitz und Mittelsachsen unterrichteten Kinder von Flüchtlingen, Asylbewerbern und Migranten ist seit 2015 enorm gestiegen. Die Schüler werden zunächst an ausgewählten Schulen in Vorbereitungsklassen unterrichtet, in denen vor allem die deutsche Sprache gelernt wird. Die Bildungsbehörden suchen händeringend nach qualifizierten Lehrkräften.

Fündig werden sie möglicherweise auch unter Absolventen der Westböhmischen Universität im tschechischen Pilsen. "Die Uni dort bildet Lehrer für Deutsch als Zweitsprache und jeweils einem zusätzlichen Unterrichtsfach aus", verdeutlicht Lutz Steinert von der Bildungsagentur in Chemnitz. "Das ist genau die Qualifikation, die wir brauchen."

Ob die Hoffnungen aufgehen, könnte sich bald zeigen. In den vergangenen Tagen hatte die Agentur zehn junge Frauen eingeladen, die im Sommer ihre Hochschulausbildung beenden. Nach einer ersten Vorstellungs- und Erkundungsrunde in mehreren Schulen erwägen acht von ihnen, das Angebot einer Festanstellung in der Region anzunehmen - als Deutschlehrerin für junge Migranten. Das ergab eine erste Stimmungsumfrage der Agentur.

Das Experiment geht zurück auf eine Anregung der Germanistin Elke Mehnert aus Aue, lange Zeit Professorin für Deutsche Literatur des 20.Jahrhunderts an der TU Chemnitz. Seit gut zehn Jahren ist sie an der Pädagogischen Fakultät der Uni in Pilsen tätig. Ihrer Ansicht nach könnten junge Tschechen in mehrfacher Hinsicht persönlich von dem Vorhaben profitieren. "Für Fremdsprachen-Lehrer ist es immer gut, für einige Zeit in dem Land tätig gewesen zu sein, dessen Sprache man unterrichtet", erläutert sie. Doch Mehnert warnt vor überzogenen Erwartungen. Junge Tschechen seien oft sehr heimatverbunden, gründeten zudem früher eine Familie als ihre deutschen Altersgenossen. Zudem gebe es für die Absolventen auch in Tschechien sehr gute Berufschancen. Das in Aussicht stehende Gehalt in Deutschland sei allerdings um ein Vielfaches höher als dort.

Dass der Einsatz von Lehrern aus Tschechien funktionieren kann, zeigt das Beispiel der Nexö-Oberschule in Zschopau. Dort unterrichtet eine Pädagogin aus Tschechien Deutsch in einer Spezialklasse für Migranten. "Unsere Erfahrungen sind sehr gut", sagt der stellvertretende Schulleiter Nils Schindler.

 
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Tschechische Lehrer sollen Deutsch geben
"Ich möchte hier solange wie möglich unterrichten"
 
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