Wehrleiter Volker Göpfert, Wehrleiter in Dorfchemnitz und Wolfsgrund.

Foto: Klaus Ebert/Archiv

Alte Kisten bei der Feuerwehr: Retter machen jetzt Druck

Immer mehr Wehren mahnen die Anschaffung eines Neufahrzeugs an

Dorfchemnitz/Frauenstein. Ein Teil der Fahrzeuge der Freiwilligen Feuerwehren Dorfchemnitz und Wolfsgrund hat 40 Jahre und mehr auf dem Buckel. "Wir bangen permanent, da die Fahrzeuge jeden Tag kaputt gehen können", erklärte Doppelwehrleiter Volker Göpfert. Auf dieses Ärgernis haben die Dorfchemnitzer Ehrenamtlichen in einem offenen Brief an die Gemeinderäte nochmals eindringlich hingewiesen. "Wir haben die Sache nicht aus den Augen verloren", sagte Rathauschefin Heidelind Strauß (parteilos) und wies während der Sitzung des Gemeinderates auf den engen finanziellen Spielraum hin.

Konkret handelt es sich in Dorfchemnitz um den bereits 1972 angeschafften Feuerwehr-LO, der maximal noch drei Jahre durchhält. "Dann könnte es wirklich jederzeit knallen", ist Wehrleiter Göpfert überzeugt. Mitstreiter Mario Schlesinger formulierte es so: "Für die Kameraden ist das Fahrzeug eine Zumutung." Nicht anders, wenn nicht sogar schlimmer, sieht es bei der Ortswehr Wolfsgrund aus, die sich mit einem B 1000, Baujahr 1969, herumschlagen muss.

Strauß konnte während der Beratung zwar nicht mittelfristig neue Fahrzeuge versprechen. In Abstimmung mit den Gemeinderäten und dem Saydaer Kämmerer Jens Wolf versprach sie jedoch, in Kürze die dafür erforderlich Beantragung der Fördermittel auf den Weg zu bringen. Gleichwohl wies sie darauf hin, dass Gelder zuallererst dort fließen, wo offenbar ein dringender Bedarf nachgewiesen werden könne. Auch spiele hierbei die Einwohnerzahl hinein. Fakt ist: Allein in diesem Jahr musste die Dorfchemnitzer Wehr lediglich dreimal ausrücken.

Auch in Frauenstein hat Wehrleiter Gerd Erler öffentlich auf dieses Problem hingewiesen. "Wir haben zwar genügend Fahrzeuge, aber ein Teil davon ist alt", sagte er vor den Stadträten. Neben der Sanierung der maroden Gerätehäuser - ausgenommen Burkersdorf - mahnte er daher die Neuanschaffung einer Drehleiter und eines Vorausrüstwagens an. "Für die hohen Gebäude in unserer Region ist die Drehleiter im Ernstfall unerlässlich", erklärte der 46-Jährige. Bürgermeister Reiner Hentschel (parteilos) versprach, die vom Wehrleiter Erler selbst erarbeitete Prioritätenliste nach und nach abzuarbeiten. "Es gibt einen Fahrplan für Investitionen, den wir einhalten werden."

 
erschienen am 13.06.2012 ( Von Jochen Walther )
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