Der Kreis schließt sich

Tage der jüdischen Kultur in Chemnitz eröffnet

ChemnitzMit großer Besucherresonanz sind am Samstagabend die Tage der Jüdischen Kultur in Chemnitz eröffnet worden. 120 Personen kamen dazu ins jüdische Gemeindezentrum. Höhepunkt war die Eröffnung der Ausstellung "Mein Weg nach Eretz Israel" der in Burkhardtsdorf bei Chemnitz geborenen Künstlerin Dina Mannheim-Givon.Die jüdischen Kulturtage finden in diesem Jahr zum 20. Mal statt. Anlass für ihre Gründung 1992 sei der 50. Jahrestag der Wannsee-Konferenz gewesen, schildert Organisator Egmont Elschner. Chemnitz sei damals die erste Stadt in den neuen Bundesländern gewesen, in der es so eine Veranstaltung gab. Später hätten sie andere Städte übernommen - das sei ein Beweis für den Erfolg der Jüdischen Kulturtage, sagt Elschner.Für den Hauptgast des Abends, die aus Israel angereiste Künstlerin Dina Mannheim-Givon, hatte diese Parallelität der Ereignisse eine spezielle Symbolik. Ihr Vater Max Mannheim war in den 1930er-Jahren Arzt in Burkhardtsdorf, 1932 wurde sie in dem Ort geboren. Nachdem der Vater kurzzeitig im KZ Sachsenburg inhaftiert war, emigrierte die Familie nach Israel. Dort studierte Dina Mannheim-Givon Kunst und Grafik. Dass sie nun ihre Kunstwerke erstmalig in Chemnitz zeigen darf, sei ein besonderes Ereignis: "Ich bin in Chemnitz geboren und stelle jetzt hier meine Bilder aus. Heute schließt sich für mich ein Kreis."Im ersten Teil der Ausstellung sind Porträts von Familienmitgliedern zu sehen, die Mannheim-Givon zu einem Kalender verarbeitet hat. Im zweiten Teil werden Collagen aus Malerei und Fotos präsentiert, die das Leben in Israel dokumentieren sollen. Sie sind in den Farbtönen Gelb, Blau und Weiß gehalten: Gelb, weil die Judensterne diese Farbe trugen, Blau und Weiß, weil das die Farben der israelischen Flagge sind. Rafael Wertheim, Maschinenbauprofessor an der TU Chemnitz, kannte bereits einige Bilder. Er hatte vor drei Jahren eine Ausstellung organisiert und war auch am Aufbau der Schau in Chemnitz beteiligt: "Ich will helfen, das jüdische Leben in Chemnitz weiter aufzubauen." (lumm)

 
erschienen am 07.03.2011
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