Ein Kalb nicht nur aus der Nähe sehen, sondern auch streicheln konnte der dreijährige Konrad mit seinen Vater René Weber in diesem Stall des Milchgutes Schellenberg. 
Ein Kalb nicht nur aus der Nähe sehen, sondern auch streicheln konnte der dreijährige Konrad mit seinen Vater René Weber in diesem Stall des Milchgutes Schellenberg.

Foto: Toni Söll

Knirpse auf Entdeckungstour im Kuhstall

Beim "Tag des offenen Hofes" blickten am Samstag mehr als 150 Leute hinter die Kulissen des Milchguts Schellenberg

Schellenberg. Schellenberg. Wie sieht ein Stall von innen aus? Was fressen Kälber? Und wie wird eigentlich eine Kuh gemolken? Werden heutzutage Kinder danach gefragt, zucken sie meist mit den Schultern. Um die Mädchen und Jungen, aber auch Erwachsene, über die Landwirtschaft aufzuklären, hat der sächsische Landesbauernverband am Samstag sachsenweit den "Tag des offenen Hofes" organisiert. Und das mittlerweile zum 12. Mal. Auch die Agrargenossenschaft Marbach war mit von der Partie.

Auf dem Milchgut Schellenberg tummelten sich deswegen zwischen 10 und 16 Uhr mehr als 150 Leute, die einen Blick hinter die Kulissen des landwirtschaftlichen Betriebes werfen wollten. "Ich bin mit der Resonanz zufrieden", sagt der Vorsitzende Uwe Matthes. Der Betrieb, den der 47-Jährige leitet, bewirtschaftet in den beiden Leubsdorfer Ortsteilen Marbach und Schellenberg sowie in Augustusburg, Grünhainichen und im Lengefelder Ortsteil Wünschendorf eine Fläche von rund 650 Hektar. 130 Hektar davon sind Grünland. Auf den restlichen 520Hektar Ackerfläche werden unter anderem Raps, Weizen, Sommer- und Wintergerste sowie Silomais angebaut.

"Fressen die Kühe Silo-Mais erhöht sich deren Milchleistung", verrät Matthes. 290 Milchkühe und 50Kälber stehen in den Ställen des Marbacher Betriebes, der an seinen Standorten 16Mitarbeiter beschäftigt. "Gerade die Kälber waren bei den jungen Besuchern mehr als beliebt", erklärt Matthes. Auch der dreijährige Konrad aus Marbach konnte es kaum erwarten, mit seinem Vater René Weber zu den Jungtieren zu gehen, um sie zu streicheln. Daneben entpuppte sich eine Kuh-Attrappe als wahrer Magnet. "Mit dem Gummi-Euter konnten die Leute ihr Geschick beim Melken ausprobieren", sagt Uwe Matthes. Viele hätten es versucht, manche seien gescheitert, andere hätten ihre Sache indes glänzend gemacht. "Wer in einer Minute einen halben Liter Milch melkt, ist richtig gut".

Ein weiterer Höhepunkt: die Gäste durften mit einem Teleskoplader einen kleinen Parcours abfahren. Auch das Laden wurde dabei geübt. Holzblock aufheben, Schalter umlegen und los ging es. Besonders dankbar zeigte sich Uwe Matthes gegenüber den Mitgliedern der Feuerwehr Marbach. Diese sorgten während der Veranstaltung nicht nur für die Verpflegung, sondern sie hatten im Vorfeld ebenfalls ein größeres Partyzelt aufgestellt. "Der Aufwand hat sich wegen des Gewitters gelohnt", bemerkt der Vorsitzende der Agrargenossenschaft. Gegen Mittag regnete es nämlich in Schellenberg und so wurden die Leute, die sich nicht bei den Kühen im Stall oder andernorts unterstellten, wenigstens nicht nass.

 
erschienen am 22.05.2011 ( Von Alexander Christoph )
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