Barbara Graupner in den Räumen des Ateliers n.4 in Niederwiesa. Die Designerin zeigt Projekte des Teams. Das "n" steht für Niederwiesa, die "4" für Hausnummer 4. "Wir fühlen uns wohl hier", sagt sie.
Foto: Toni Söll
Pralle Auftragsbücher zu Jahresbeginn
Designerbüro Atelier n.4 ist immer auf der Suche nach schönen Dingen
Niederwiesa. Das Jahr hat im Designerbüro von Barbara Graupner in Niederwiesa begonnen, wie das alte endete: mit richtig viel Arbeit. In dem kleinen Atelier, ein bisschen versteckt, idyllisch gelegen, großzügig aus Holz gebaut, werden keine kleinen Brötchen gebacken. Im Gegenteil: Das Auftragsbuch für 2012 ist prall gefüllt, die Aufgaben sind äußerst anspruchsvoll - "Wir müssen Kunden manchmal auf einen späteren Zeitpunkt vertrösten", sagt die Designerin.
Die Spezialstrecke des Teams ist die Gestaltung von Innenräumen - für Büros wie für öffentliche Einrichtungen bis hin für private Wohnhäusern. Dazu kommen zunehmend Planung und Sanierung von Gebäuden. "Es macht Spaß, alten Bauwerken neues Leben einzuhauchen", sagt die Diplomgestalterin. Überaus reizvoll sei beispielsweise die Gestaltungskonzeption und die Ausstattungsplanung für das Chemnitzer Schulmodell, eine Aufgabe, die sie in Angriff genommen hat. Die Bildungsstätte in der Chemnitzer Charlottenstraße, als eines der ersten alternativen Lernangebote nach der Wende ins Leben gerufen, platzt mit 500 Schülern aus allen Nähten. 2013 ist ein Umzug in ein größeres Gebäude, eine ehemalige Schule im DDR-Stil der 1970er-Jahre, an der Stollberger Straße geplant. "Den kreativen Geist, der dort pädagogisches Konzept ist, möchten wir aufgreifen mit ebenso spielerischen wie überraschenden Momenten", sagt die 48-Jährige. Etwa mit Sitzecken auf dem Flur, die schnell in eine Bühne verwandelt werden können, und durch Türen, unterschiedlich farbig gestaltet.
Ein anderes, ebenso großes Vorhaben für die Niederwiesaer Gestalter ist die Arbeit für den 13 Millionen Euro teuren Neu- und Umbau des Landratsamtes Annaberg - auch dafür ist der Entwurf schon fertig. Das Büro wurde beauftragt mit der Innenarchitektur für ausgewählte Bereiche wie Empfang, Atrium, Kreistagssaal. Gefreut hat sich das Büro über ein Projekt von Wendt & Kühn: Mit dem Flöhaer Fotografenpaar Silvia und Michael Rümmler haben sie ein Bildmotiv für ein neues Produkt entwickelt, das für Werbezwecke genutzt werden soll. "Dieses Unternehmen, das die berühmte Engelschar mit den elf Punkten herstellt, liegt uns sehr am Herzen. Das ist etwas besonderes, da ist Weltklasse in der Region zuhause."
Das Ausstellungskonzept für Schloss Waldenburg ist einer der Entwürfe, den das Designerbüro aus Niederwiesa angefertigt hat.
Foto: Atelier n.4
Ebenso habe man den Hut auf für das Farb- und Materialkonzept für eine Schule in Lengefeld, für die Gestaltung der Schwimmhalle Aue, für den architektonischen Entwurf des Verwaltungsgebäudes der Annaberger Backwaren GmbH. In Mittweida entwarf das Niederwiesaer Team 2011 das Erich-Loest-Museum, von dem der in Ost wie West bekannte Schriftsteller begeistert war. In Freiberg hatte man vor Jahren Spuren hinterlassen bei der großzügigen Einrichtung der Musikschule der Bergstadt.
Dabei war der Anfang vor 21 Jahren, als sich die Diplomdesignerin von der Außenstelle der Fachhochschule für Angewandte Kunst Schneeberg selbstständig machte, nicht leicht. Graupner hatte Textildesign studiert, und das war damals nicht gefragt. Ihr Glück: "Wir besaßen eine umfassende solide Ausbildung in Richtung Farbe, Material, Schrift, Fotografie." Sie absolvierte Lehrgänge, so in Grafikdesign. Außerdem fand sie in der Stadtverwaltung Flöha Verständnis und die Chance, Projekte zu realisieren. So die großzügige Raumgestaltung in der neuen Bibliothek in der "Alten Baumwolle" - ein Vorzeigebeispiel bis heute.


