Villa Kann das einstige Schwangerenerholungsheim in Grünberg nach dem Verkauf wieder auf bessere Zeiten hoffen?

Foto: Claudia Dohle

Spanischer Franke kauft Hauschild-Villa

Für einstige Villa, in der sich zu DDR-Zeiten werdende Mütter erholten, besteht Hoffnung

Grünberg. Das einstige Schwangerenerholungsheim in Grünberg hat einen neuen Besitzer. Anter Cicek, ein in Spanien lebender Franke, hat die ehemalige Hauschildsche Villa im Zuge einer Versteigerung gekauft. Wie Rolf Czapiewski, Geschäftsführer der in Magdeburg ansässigen Immobilien-Verwertungsgesellschaft Zweitehandhaus, die das Objekt im Auftrag des Landratsamtes Mittelsachsen anbot, mitteilte, gingen die Villa und das zugehörige ein Hektar große Grundstück für 33.000 Euro weg. Laut Sanierungskonzept müsste der neue Besitzer aber rund 200.000 Euro für die wichtigsten Sanierungsarbeiten des seit Jahren leer stehenden und unter anderem vom Schwamm befallenen Gebäudes investieren.

Cicek, Inhaber eines Bauelementegeschäfts auf den Balearen-Inseln Ibiza und Mallorca, will sich dieser Herausforderung stellen. Er habe auch bereits begonnen, die schlimmsten Schäden am Dach reparieren zu lassen. "Die sehr netten und hilfsbereiten Nachbarn haben mir geholfen, eine Firma zu finden", sagte er am Dienstag. Wie Cicek auf Nachfrage der "Freien Presse" sagte, möchten er und seine als Anwältin arbeitende Frau die Villa in Grünberg rein privat als Feriendomizil und Treffpunkt für ihre in alle Welt verstreute große Familie nutzen. In spätestens zwei Jahren soll das Haus bewohnbar sein. "Doch ich rechne damit, dass erst in zehn Jahren alles richtig fertig ist. Ich will in dem Kulturdenkmal erhalten, was erhaltbar ist", betonte er. Da er von Haus aus Schreiner sei, wisse er sehr gut, was da auf ihn zukomme. Gereizt habe ihn an dem Haus die schöne Lage in der Natur, die vielen Zimmer und eben auch die Herausforderung: "Ich brauche immer Aufgaben."

 

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Das 1874 errichtete Herrschaftshaus, das ab 1946 bis zur Wende als Erholungsheim für werdende Mütter diente, war danach nicht eben vom Glück begünstigt. Von 1992 bis 1996 war es Asylbewerberheim, danach stand es leer. Der damalige Landkreis Freiberg versuchte ebenso wie sein Nachfolger Mittelsachsen mehrfach, es zu verkaufen. Ein im November 2004 abgeschlossener Kaufvertrag wurde 2005 wieder rückgängig gemacht, weil der neue Besitzer aus Minden, der in dem Haus eine Unterkunft für Gäste des Hohenfichtener Rittergutes einrichten wollte, zwischenzeitlich Insolvenz angemeldet hatte, was auch die Pläne in Hohenfichte zum Scheitern verurteilte.

Im März dieses Jahres war das Haus zum wiederholten Mal erfolglos unter den Hammer gekommen, nachdem sich bei einer Auktion im August 2010 ebenfalls kein Käufer gefunden hatte. Interessenten hatte bisher stets der desolate Zustand des Hauses abgeschreckt.

 
erschienen am 20.12.2011 ( Von Gudrun Frohmader )
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