Veronika Bellmann, CDU-Bundestagsabgeordnete.Foto: CDU
Weiterer Augenarzt für Flöha in Sicht
Auf einen Termin bei Fachmedizinern müssen gesetzlich Versicherte im Raum Flöha/Frankenberg oft lange warten
Flöha. Schlechte Karten als neuer Patient: Einen Augenarzttermin im Raum Flöha/Frankenberg bekommt ein Kassenpatient nicht ohne weiteres. Das hat ein Test der "Freien Presse" ergeben. Die Anruferin, die sich neu anmelden wollte, wurde in einer Oederaner Praxis ganz abgewiesen: "Wir nehmen leider keine neuen Patienten mehr an." Bei einer Augenärztin in Frankenberg hingegen wäre wenigstens ein Termin möglich gewesen - allerdings erst im August nächsten Jahres.
Kein Wunder: Laut Bedarfsplan der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen (KVS) fehlen im Altkreis Freiberg zwei Augenärzte. "Doch eine Entspannung ist in Sicht", sagt Carmen Baumgart. Die Geschäftsführerin der KVS-Bezirksgeschäftsstelle Chemnitz verweist darauf, dass am 2. Januar 2012 eine neue Augenärztin als Partnerin in eine Flöhaer Gemeinschaftspraxis einsteigen wird. Und ein weiterer Augenarzt habe die Zulassung zur vertragsärztlichen Tätigkeit im Raum Freiberg erhalten. Ob sich der Mediziner in der Bergstadt niederlässt und wann er seine Praxis eröffnet, dazu macht Baumgart "aus Datenschutzgründen" noch keine Angaben.
Nicht nur Fachärzte, sondern auch Allgemeinmediziner werden in Mittelsachsen gesucht. Die CDU-Bundestagsabgeordnete Veronika Bellmann aus Eppendorf erwartet, dass sich die Lage durch das ab Januar geltende Versorgungsstrukturgesetz für die gesetzliche Krankenversicherung ("Landarztgesetz") verbessert. Denn es bietet Vergütungsanreize "zur Steuerung des Niederlassungsverhaltens": Wer in unterversorgten Regionen praktiziert, kann künftig mehr verdienen. Bisher müssen Mediziner Honorarabschläge in Kauf nehmen, wenn in ihrer Praxis eine festgelegte Zahl an Behandlungen überschritten wird. Davon sind nun Ärzte außerhalb der Ballungsräume ausgenommen - die Arbeit im ländlichen Raum würde sich mehr lohnen.
Hoffnung in das neue Gesetz setzt deshalb auch Thomas Schmid. Der Pressesprecher der Barmer-GEK in Mitteldeutschland sieht "Licht am Horizont". Seine Begründung: Die Suche nach Medizinern sei auch immer eine Geldfrage. Und in dieser Hinsicht offeriere das "Landarztgesetz" neue finanzielle Anreize. "Aber wir können keinen Arzt schnitzen", kommentiert Schmid lakonisch.
Bis zu den Ärzten scheint das neue "Landarztgesetz" allerdings noch nicht so richtig durchgedrungen zu sein. Bei der KVS liegen bisher keine Anfragen für die Provinz mit Bezug auf die Neuerungen vor.
Derzeit müssten sich die Augenarzt-Patienten noch gedulden. Echte Notfälle hingegen müssen Schmid zufolge aber behandelt werden: "Bei Problemen sollten sie sich an uns werden", sagt der Pressesprecher.



08:34 Uhr
Wunderlich: Und was hat dieser Beitrag mit Frau Bellmann zu tun ? Bringt uns Frau Bellmann einen weiteren Augenarzt ?
Oder macht da jemand bei der Freie Presse über das "Hintertürchen" einer Bildpräsenz Werbung für die CDU-Politikerin ?