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Tolles Team: Arabella-Darstellerin Leonora del Rio (l.) und Lindsay Funchal als ihre verkleidete Schwester Zdenka.
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Ein musikalischer Leckerbissen

Im Freiberger Theater steht mit "Arabella" von Richard Strauß eine Opern-Premiere an. Die Matinee machte Lust auf mehr.

erschienen am 14.03.2017

Nach dem Erfolg des "Rosenkavaliers" wagt sich das Mittelsächsische Theater an ein weiteres Werk des Duos Richard Strauss/Hugo von Hofmannsthal. Am Samstag hat die Oper "Arabella" in einer Inszenierung von Oberspielleiterin Judica Semler Premiere auf der Hauptbühne in Freiberg. Und schon bei der Matinee zeigte sich das überaus große Interesse des Publikums an der Inszenierung: Knapp 100 Gäste erlebten die 75-minütige Veranstaltung - mit ebenso kurzweiligen wie lehrreichen Erläuterungen zu der Oper sowie gelungenen musikalischen Kostproben. Arabella-Darstellerin Leonora del Rio, Lindsay Funchal, die Arabellas als Junge verkleidete Schwester Zdenka spielt, und Guido Kunze (Foto), der den Verehrer Mandryka gibt, erhielten für ihre überzeugenden Darbietungen viel Beifall. Zu recht: Die beiden Sopranistinnen und der Baritonsänger setzten Glanzpunkte in der Matinee.

"Arabella" ist eine relativ selten gespielte Oper. Dramaturg Christoph Nieder (Foto) skizzierte zur Matinee die "relativ einfache" Handlung: Eine verarmte adelige Familie vom Land sieht ihre einzige Rettung darin, ihre schöne Tochter Arabella in Wien zu verheiraten. Und bis zum glücklichen Ende gibt es allerlei Verwirrungen. Arabella hat mehrere Verehrer. Aber letztlich verguckt sie sich in einen attraktiven, eher seltsamen reichen Mann, der aus der "Walachei", einer abgelegenen Provinz fernab in die österreichische Hauptstadt kommt.

Oberspielleiterin Judica Semler (Foto) beleuchtete auch die Rolle der als Junge verkleideten Zdenka. Weil die Familie nur Geld hat, um Arabella auszustaffieren, wird ihre heranwachsende jüngere Schwester kurzerhand als Junge verkleidet. "Und sie fällt nicht mehr auf", sagt Semler. Doch auch der Teenager hat Gefühle - und verrückte Ideen. Genau das entpuppt sich als Problem.

Für Richard Strauss (1864-1949) und Hugo von Hofmannsthal (1874-1929) war "Arabella" das letzte gemeinsame Werk. Denn von Hofmannsthal starb wenige Tage, nachdem er den grundlegend überarbeiteten ersten Akt der Oper an Strauss geschickt hatte, an einem Schlaganfall. "Das Glückwunsch-Telegramm von Strauss zu dieser Arbeit hat von Hofmannstahl nicht mehr erhalten", so Nieder. Zuvor hatte es zwischen Texter und Komponisten langwierige Diskussionen um das Werk gegeben, die im Briefwechsel ebenso lehrreich wie amüsant nachzulesen sind. Nach von Hofmannsthals Tod zog sich die Komposition noch drei Jahre hin. 1933 erfolgte die Uraufführung in Dresden.

Dass die Oper musikalisch sehr vielfältig (und anspruchsvoll) ist, verdeutlichte Generalmusikdirektor Raoul Grüneis (Foto) mit einigen Hörproben. So spielte der Chefdirigent beispielsweise ein kroatisches Volkslied auf dem Klavier und zeigte dann, wie Richard Strauss diese musikalische Vorlage verarbeitet hat. "Strauss versucht, möglichst wieder einfach zu werden", sagte Raoul Grüneis. Der Komponist zitiere bewusst aus einer vergangenen Welt. Dies zeige auch eine Sehnsucht nach Einfachheit. Der Generalmusikdirektor sieht darin auch einen Bezug zur Gegenwart: "Wenn einem das Telefon klüger vorkommt, als man selbst ist, sehnt man sich nach Einfachheit", sagte Grüneis mit einem Augenzwinkern. Zustimmendes Lachen im Publikum.

Premiere der Oper "Arabella" am Sonnabend ab 19Uhr im Freiberger Theater. Anschließend findet in der Weinbar im Theater eine Premierenfeier statt. Es gibt noch Restkarten.

 
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