Noch hat das Waldcafé in Kleinwaltersdorf geschlossen. Eine Brand-Erbisdorferin will es aber bis nächstes Jahr wiederbeleben.
Foto: Eckardt Mildner
Gute Aussichten für das Ausflugslokal
Nach der Schließung im Februar zieht ins Kleinwaltersdorfer Waldcafé wieder Leben ein
Kleinwaltersdorf. Die Tristesse am Waldcafé in Kleinwaltersdorf trügt. Hinter der Fassade wird gewerkelt. Der studierte Chemiker Max Peukert hat das Haus im Februar dieses Jahres vom Vorbesitzer Wolfgang Gläsner gekauft und ist dabei, für seine Familie in der oberen Etage eine Wohnung herzurichten. Als Gläsner das Café aus, wie er betont, "gesundheitlichen und wirtschaftlichen Gründen" und nach der Trennung von seiner Frau schließen musste, waren viele Spaziergänger traurig. Für die, die das Ausflugslokal vermissen, dürfte die Botschaft deshalb besonders wichtig sein: Nächstes Jahr soll es im Erdgeschoss wieder öffnen.
Die Mutter des Eigentümers, Marita Hegewald, möchte den Räumen neues Leben einhauchen. Ob es bei 80 Plätzen innen und 40 außen bleibt, weiß die Geschäftsfrau noch nicht. Auf jeden Fall will sie einfache Gerichte zu erschwinglichen Preisen auch für Familien mit Kindern anbieten. Ostern 2012, so ist es ihr Ziel, soll das Lokal wieder empfangsbereit sein. Vor der Wiedereröffnung aber sind noch einige Auflagen zu erfüllen: "Da sind Leitungen zu verkleiden, ein Fenster über dem Herd, was längst keines mehr ist, ist zuzumauern", zählt sie auf. Auch die Lampen müssten "aufgefrischt" werden. Zudem will die Brand-Erbisdorferin mit einfachen Mitteln noch Pepp in die Räume bringen: Decken und Blumen auf den Tischen, neue Polster auf den Stühlen.
Was später investiert wird, ist noch nicht klar. Schließlich muss sich erst zeigen, wie das Angebot angenommen wird. Ganz veraltet dürfte das immer noch sichtbare Schild der Öffnungszeiten mit Blick auf das kommende Jahr auch nicht sein. Die Schließtage Montag und Dienstag sollen zumindest vorerst beibehalten werden. Wichtig ist der künftigen Betreiberin zudem, dass es ein Tagesausflugslokal wird. Ihr schweben Öffnungszeiten zwischen 11 und 18 Uhr, am Wochenende vielleicht bis 20 Uhr vor.
Das Waldcafé am Teichweg in Kleinwaltersdorf hat eine über 100-jährige Geschichte. Am 19. August 1906 als Waldklause gegründet, hatte es unter diesem Namen bis 1969 Bestand. Das Gebäude war nach Recherechen des Altertumsvereins 1906 durch Um- und Ausbau in ein Café umgewandelt worden. 1907 öffnete es. Nettes Beiwerk für die Gäste war eine Eisbahn. Der Ausschank von Bier, Wein und Likör wurde genehmigt. Drei Jahre später konnten die Gäste auch im Garten bewirtet werden. Und das selbst bei Dunkelheit, da es elektrische Beleuchtung gab. Noch vor 1926, so steht in den Ausarbeitungen, hat es im Haus eine Keks- und Lebkuchenfabrik mit eigener Konditorei gegeben. Nach Lücken in der Chronik wird von der Wiedereröffnung 1963 geschrieben. Kurzzeitig nutzte ein Baubetrieb das Haus als Kinderferienlager, ehe es 1965 Konsum-Gaststätte wurde. 1981 sperrte die Bauaufsicht das Haus. Nach der Rekonstruktion 1989 öffnete es 1990 unter dem Namen Waldcafé wieder.


