Eine Ausfahrt mit der Handhebeldraisine hält warm, denn das Schienengefährt bewegt sich nur durch Muskelkraft.
Foto: Andrea Funke
Großer Bahnhof in Amerika
Beim Winterfest wurde auch ohne Not kräftig gehebelt
Penig. Bernd Rolf war mit seiner Frau einer der vielen Spaziergänger, die sich am Sonntag beim Winterfest des Muldentalbahnvereins am Bahnhof des Peniger Ortsteils Amerika umschauten. "Wir nutzen den Sonnenschein und verbinden unsere Wanderung mit einem Zwischenstopp bei den Eisenbahnfreunden", sagte der Peniger, der es sich auch nicht entgehen ließ, mit der Handhebeldraisine zu fahren.
Reinfried Polter vom Eisenbahnfreundeskreis Westsachsen ist stolz auf das Schienengefährt, das einst auf dem Bahnhof Waldenburg vor sich hin rostete. "Bis Mitte der 1960er-Jahre fuhren diese Handhebeldraisinen noch in der Altmark. Und in der Schweiz sind sie noch im Einsatz, als Kontrollfahrzeug vor dem ersten Zug", so Polter. Mehrmals im Jahr sind die 20 Eisenbahnfreunde, die sich 1979 im Deutschen Modelleisenbahn-Verband der DDR zusammen fanden, im Einsatz. "Wir organisieren im Herbst eine Tagesausfahrt, diesmal mit Oldtimerbussen zur Fichtelberg-Schmalspurbahn", sagt der Betriebschef, wie Polter genannt wird.
Rita Fritzsch und Horst Tröger gehören der Line Dance Gruppe "Lucky Train" aus Schwarzenberg an. "Wir hatten hier einen Auftritt zum Sommerfest. Jetzt wollten wir uns die idyllische Gegend auch mal im Winter anschauen", berichtet das Paar mit den Cowboyhüten. Während des Festes konnten sich die Besucher im Güterbahnschuppen eine Ausstellung des Muldentalbahnvereins anschauen und sich über den öffentlichen Nahverkehr informieren. Sandra Haußig hat sich aus Meißen auf den Weg gemacht. "Ich bin seit zwei Jahren Mitglied und habe auch bei der Sanierung unseres Domizils mitgeholfen. Ich finde es fürchterlich, dass diese wunderschöne Strecke stillgelegt wurde. Wenigstens gibt es noch die Schienentrabis", sagt die 21-Jährige.


