50 Cent pro "Tank"-Füllung - Peter Großer aus Mittweida war der erste Kunde an der am Mittwoch in Betrieb genommenen Autostrom-Tankstelle auf dem Frankenberger Marktplatz.
Foto: Falk Bernhardt
Herr Großer tankt für kleines Geld
Erste Autostrom-Tankstelle im Kreis ist am Mittwoch in Betrieb gegangen
Frankenberg. Als Inhaber des Mittweidaer "Schacherhauses" ist Peter Großer viel unterwegs. Und als einer von wenigen in der Region fährt er Elektroauto. Am Mittwoch war er der erste Kunde an der neuen Autostrom-Tankstelle am Frankenberger Markt. "Die Kosteneinsparung gegenüber einem herkömmlichen Auto ist gigantisch", schwört der Mittweidaer auf sein leuchtend gelbes Fahrzeug, das er seit vier Monaten besitzt und dem er bislang nur Gutes und auch "einen gewissen Spaßfaktor" abgewinnen kann.
Der Energieversorger Envia M hatte die Stadt Frankenberg vor allem auch wegen ihres Klimaschutzkonzeptes für ein Pilotprojekt zur Elektromobilität ausgewählt. Für die zweijährige Testphase bekommt die Stadtverwaltung ein Elektroauto und darf unentgeltlich an der neuen Zapfsäule Strom tanken. "Wir planen, dieses Auto der Stadtverwaltung im Februar zur Verfügung zu stellen", sagte am Mittwoch Envia M-Sprecherin Claudia Anke. Das Unternehmen wolle in den kommenden Jahren noch weitere solcher Ladesäulen in verschiedenen Orten installieren. "Denn wir rechnen fest damit, dass sich der Bestand an Elektrofahrzeugen in den kommenden Jahren erweitern wird", schätzt Anke ein.
Deutschlandweit gab es im vorigen Jahr mehr als 1000 Neuzulassungen bei Elektrofahrzeugen. Envia M geht davon aus, dass bis 2020 mehr als eine Million Elektroautos in Deutschland rollen werden. Die Envia M-Gruppe habe derzeit sechs Elektrofahrzeuge in ihrem Bestand. "Allein unsere Unternehmensgruppe hat auf diese Weise dazu beigetragen, dass innerhalb eines halben Jahres rund 2,4 Tonnen CO2 eingespart werden konnten", zeigt sich Claudia Anke zufrieden.
Mehr als zufrieden mit seinem Elektromobil ist auch Peter Großer. "Für 50 Cent kann ich 100 Kilometer fahren. Was will man mehr", schaut er stolz auf seinen "CityEL", den er vor vier Monaten gebraucht gekauft hatte. "Das Auto wird mit einer Reichweite von 100 Kilometern pro Batterieladung angegeben. Es kostet mich 36 Euro Versicherung im Jahr. Es ist steuerfrei und geräuscharm", zählt Großer weitere Vorteile auf.
Erst am Mittwoch war er mit seinem E-Auto in Frankenberg und Lunzenau. "Es ist bis 45 Stundenkilometer zugelassen. Mit Rückenwind schaffe ich auch mal 50 km/h", muss Großer schmunzeln. Doch auf Geschwindigkeit komme es ihm nicht an, sondern eher auf die Umweltfreundlichkeit und die vielen Vorteile. Dass er am Mittwoch auf dem Frankenberger Markt getankt hat, war eher die Ausnahme, denn Großer hat seine eigene Tankstelle zu Hause: eine normale Steckdose.


