Am Raubschloss Ringethal konnten die Teilnehmer der Abenteuertour das Lager des Vereins Mittelalterliche Bergstadt Bleiberg besuchen und sich bei Spiel und Handwerk ausprobieren.
Foto: Falk Bernhardt
Kriebsteinsee wird zum Abenteurerland
Rund 1000 Teilnehmer zählte die Erlebnistour des Zweckverbands und der "Freien Presse"
Lauenhain. Frei nach Jack London sind am Sonntag etwa 1000 kleine und große Entdecker dem Ruf der Talsperre Kriebstein gefolgt auf "Freie Presse"-Abenteuertour gegangen. Mehr als 600 Abenteuerpässe wurden auf den Schiffen und an der Start- und Zielstation in Lauenhain ausgegeben. Das hat die Erwartungen der Veranstalter deutlich übertroffen. "Die Tour hat bewiesen, wie erlebnisreich und spannend es sein kann, die Region rund um die Talsperre zu entdecken", sagte der Geschäftsführer des Talsperrenzweckverbandes, Thomas Waldheim.
Bei strahlendem Spätsommerwetter waren schon am frühen Morgen die ersten Wanderer, ausgerüstet mit dem Abenteuerpass, auf Entdeckertour an der Talsperre gegangen. Acht Erlebnisstationen rund um den Kriebsteinsee galt es dabei anzusteuern - zu Fuß, aber auch mit den Fahrgastschiffen und Fähren, die zwischen Lauenhain und Seebühne pausenlos unterwegs waren. Zu den Frühaufstehern gehörte Familie Krüger aus Schweikershain. Mutti Imke (34), Vater Matthias (37) und Sohn Nils (6) wollten alle Stationen besuchen. "Das ist eine tolle Sache", freute sich Imke Krüger.
Wer die Erlebnisbereiche der Reihe nach auf Schusters Rappen bezwingen wollte, hatte rund 20 Kilometer rund um die Talsperre vor sich. In Lauenhain setzte man zunächst mit einer kleinen Fähre nach Ringethal über; dann ging es bergan zur Ruine des Raubschlosses. Dort hatte Anja Matthes vom Verein Mittelsächsischer Kultursommer in der prallen Sonne hoch überm Wasser gut zu tun. Viele Kinder wollten die historischen Kostüme ausprobieren und beim Mittelalter-Quiz mitraten. Viel Gaudi gab es am zweiten Etappenziel, der Jugendherberge Falkenhain. Dort konnten sich die Besucher in mannsgroßen transparenten Kugeln aus Kunststoff übers Wasser bewegen und sich als Bogenschützen probieren. Wer dem Rundweg von dort aus weiter Richtung Staumauer folgte, entging etwas dem Trubel. Mancher holte sich am Nordhäuser Brunnenquell noch den Stempel für den Abenteuerpass, doch viele Ausflügler zogen es vor, bereits in Erlebach zum Kriebsteiner Hafen überzusetzen. Dort wunderte sich Steffen Mäding im Freizeitpark "Kriebelland": "Schon am Vormittag waren hier Leute mit fast allen Stempeln im Pass."
Überhaupt schien es, also ob so mancher Abenteurer die Stationen fast ausschließlich auf dem Wasserweg entdeckte. Entsprechend voll waren die Fähren und Fahrgastschiffe, die den Ansturm an den Anlegestellen kaum bewältigen konnten. "Wir müssen die Schifffahrt an solchen Tagen verstärken - eventuell auch mit Privatinitiative", resümierte Zweckverbandschef Waldheim. Dennoch überwog bei ihm, wie auch bei den Mitveranstaltern und den Besuchern, die Freude über eine gelungene Aktion zur touristischen Vermarktung der Region. "Heute hat hier alles gepasst", sagte Dietmar Bergler aus Milkau, als er am Abend in der Zschopautalhalle nach sechs von acht absolvierten Stationen die Abenteurer-Urkunden für seine Kinder Marcel (5) und Janine (7) abholte. Markus Renner von der Stadtverwaltung Mittweida, der mit seiner Partnerin und der 14 Monate alten Tochter Amelie unterwegs war, sagte: "Das war schon eine feine Sache." Und auch die Betreiber der Abenteuer-Stationen hoffen auf eine Neuauflage. Uwe Albert vom Marineclub Lauenhain bilanzierte: "Es hat sich gelohnt, dabei zu sein." Seite 10: Bericht Regionalmesse


