Peter Opitz, Geschäftsführer des TPM.Foto: Falk Bernhardt/Archiv
Passgenau für den Lehrberuf
Firmen formulieren inzwischen ihre Anforderungen an Azubis ganz konkret
Mittweida. Es scheint grotesk: Die Schere zwischen Lehrstellensuchenden und Lehrstellenangeboten hat sich fast geschlossen. Im Bereich der Arbeitsagentur Chemnitz gibt es derzeit nur noch rund 20 freie Lehrstellen. Für das kommende Jahr haben die Firmen im Landkreis Mittelsachsen bereits jetzt schon 500 Lehrstellen avisiert. "Weit mehr als die Jahre zuvor", sagte am Mittwoch Michaela Barthel, Pressesprecherin der Behörde. Und der Trend sei eindeutig: Unternehmen binden frühzeitiger den Nachwuchs per Lehrvertrag als noch in den Jahren zuvor.
"Die Firmen formulieren ihre Anforderungen an die künftigen Azubis inzwischen sehr exakt", sagt Peter Opitz, Geschäftsführer des Technologieparkes Mittweida (TPM). Da habe ein Umdenken bereits begonnen. Die Schüler mit den Anforderungen vertraut zu machen, sie fit zu machen für den regionalen Arbeitsmarkt mit all seiner Spezifik, dem stellt sich deshalb auch in diesem Jahr das Projekt "Brücke" im TPM.
Dazu kommt die stark rückläufige Zahl der Schulabgänger. Im Jahr 2008 waren das in Mittelsachen noch 1248 Gymnasiasten und 512 Mittelschüler. In diesem Sommer verließen 538 Gymnasiasten und 379 Mittelschüler die Bildungseinrichtungen. Die Zahlen werden in den nächsten Jahr nur unwesentlich in die Höhe steigen. Das ergab eine demografische Analyse des TPM. "Die von uns angebotenen und organisierten Informationsveranstaltungen zur Berufswahl und -findung sind deshalb wichtiger denn je", ergänzt der Geschäftsführer. Erstmals wird der TPM diese ohne Fördermittelgeber durchführen.
Schüler und Firmen sollen zusammenfinden. Und da müsse jeder genau sagen, was von ihm erwartet wird. Anlagentechnik, Maschinenbau, Chemieindustrie sind die Bereiche, in denen jetzt Nachwuchs gefördert werden muss. "Aber auch der soziale Bereich ist ein großer Wachstumsmarkt an Arbeitsplätzen", weiß "Brücke"-Projektleiter Arno Bast. Köche und Gärtner wurden in den vergangenen Jahren mehr als in der Region gebraucht ausgebildet. Junge Leute wandern ab, vor allem junge Frauen im Alter zwischen 18 und 25 Jahre. Dazu kommt die immer noch hohe Quote der Abbrecher. Über 20 Prozent der jungen Leute beenden ihre Lehre nicht. "Auch diesen Trend müssen wir versuchen, endlich mit einer richtigen Berufswahl zu stoppen", sagt Peter Opitz. Zukunft aufzuzeigen, für Arbeit in der Region zu werben, dass sollen und können die Informationsveranstaltungen des Projektes. Jeder Jugendliche, ob nun Realschüler, Gymnasiast oder künftiger Student, soll seinen Beruf finden, der zu ihm passt und der in der Region eine Perspektive hat. "Und die Firmen müssen etwas dafür tun, damit die Lehrlinge bleiben", ergänzt Peter Opitz.
Das Projekt
Berufsinformationsveranstaltungen des Projektes "Brücke" des Technologieparks Mittweida finden am 23. November im Center-Hotel "Alte Spinnerei" in Burgstädt, am 28. November in der Bürkel-Halle der Fichte-Mittelschule in Mittweida und am 30. November im Kulturforum "Stadtpark" in Frankenberg statt. Sie beginnen jeweils 18.30 Uhr. Eine Veranstaltung Studium und Beruf findet am 14. November im Volkshaus Döbeln statt. Beginn ist 18.30 Uhr.
www.tpm-mw.de/projekte/bruecke


