In der ehemaligen Musikschule sind die Arbeiter bereits zu Gange. Im Bürgerhaus werden sie im März loslegen.
Foto: Mario Hösel
Rochlitzer Bürgerhaus wird modernisiert
Für 2,3 Millionen Euro wird ab März der zentrale Veranstaltungsort der Stadt neu hergerichtet
Rochlitz. Das Bürgerhaus in Rochlitz wird für mehr als zwei Millionen Euro auf Vordermann gebracht. Allein die Summe macht klar, dass dort nicht bloß Schönheitsreparaturen erfolgen werden. In dem Gebäudekomplex an der Leipziger Straße werden nicht nur zwei Aufzüge ein- und ein Treppenhaus angebaut sowie die beiden Säle modernisiert, sondern beispielsweise auch alle elektrischen Leitungen ausgetauscht und der gastronomische Bereich erneuert. Im Erdgeschoss ist ein Raum für Vereine vorgesehen.
Im Zuge der Baumaßnahmen wird auch die benachbarte ehemalige Musikschule abgerissen, in der bis 2009 der Verein "Mittelsächsischer Kultursommer" seinen Sitz hatte. Auf der frei werdenden Fläche können die Gäste des Bürgerhauses künftig parken. 2,3Millionen Euro soll das Ganze kosten.
Das Gebäude rechts vom Bürgerhaus, also die frühere Musikschule, wird derzeit entkernt und könnte laut Mitarbeitern der Erlauer Firma Umtech in zwei bis drei Wochen dem Abrissbagger zum Opfer fallen. Das Dach ist bereits verschwunden. Im Bürgerhaus bleibt zumindest die nächsten Wochen noch alles beim Alten. "Erst ab 5. März wird entrümpelt", sagt Stadtsprecher Jörg Richter.
Das Gebäude ist der Veranstaltungsort der Stadt schlechthin. Egal ob Jugendweihefeiern, Tanz- oder Kabarettabende - so ziemlich jede größere Veranstaltung findet in dem Haus statt. Aber auch Vereine treffen sich dort. Bis dato liefern sich etwa Schachspieler regelmäßig in einem Zimmer im Obergeschoss ihre Duelle. Nun werden die Gäste des Karneval Clubs Rochlitz für längere Zeit die letzten sein, die dort feiern können. Denn läuft es mit den Arbeiten nach Plan, dauert der Umbau bis März 2013.
Dass jetzt endlich der Startschuss dafür fällt, dürfte in der Stadt trotzdem auf Wohlwollen treffen, ist der Komplex doch ziemlich in die Jahre gekommen. Seitdem 1975 der linke und zugleich jüngste Gebäudeteil fertig gestellt und zusammen mit der früheren Gaststätte "Stadt Leipzig" als Kulturhaus feierlich eingeweiht wurde, hat sich im Bürgerhaus laut Richter nicht viel verändert. "Mitte der 1990-er Jahre haben wir mal was gemacht, danach nicht mehr." Es fehlte der Stadt schlichtweg am Geld. "Wir haben gehofft, dass sich irgendwann eine Möglichkeit auftut, das Vorhaben fördern zu lassen." Jahre verstrichen. Erst als die Landesregierung Anfang 2010 das Programm "Aktive Stadt-und Ortsteilzentren", ins Leben rief, konnte Rochlitz auf Gelder hoffen - und handeln. Wenngleich es etwas dauerte, bis der jetzige Entschluss reifte. Denn kurzzeitig spielte die Stadt mit dem Gedanken, das Bürgerhaus komplett niederzureißen und auf dem Gelände der Alten Brauerei eine neue Veranstaltungshalle zu errichten. Erst im Frühjahr 2011 zeichnete sich eine andere Lösung ab: Das bisherige Bürgerhaus sollte modernisiert werden.
Erneut wurde ein Konzept erarbeitet. Im Mai 2011 machte dann Bauamtsleiter Alexander Schramm eine klare Ansage: "Wir werden nur dort eingreifen, wo es nötig ist." Jörg Richter bestätigt das. "Das Bürgerhaus wird auf die heutigen Bedürfnisse zugeschnitten." Stichworte wie Barrierefreiheit und Brandschutz fallen. "Von den 2,2 Millionen Euro an förderfähigen Kosten könnten zwei Drittel gefördert werden", sagt Richter zurückhaltend. Für das restliche Drittel muss die Stadt aufkommen. Darüber hinaus fallen unter anderem für die Beleuchtung, die Gastroeinrichtung und das Mobiliar zusätzlich rund 100.000 Euro an.


